Die USA unterstützen die Suche nach den mehr als 200 in Nigeria verschleppten Schülerinnen mittlerweile auch mit Bodentruppen. US-Präsident Barack Obama teilte mit, dass rund 80 US-Soldaten in das Nachbarland Tschad verlegt worden seien. Bislang hatte sich die US-Armee mit Aufklärungsflugzeugen und Drohnen an der Suche nach den Mädchen beteiligt, die vergangenen Monat von der Islamistengruppe Boko Haram verschleppt worden waren.

Die US-Einheit werde die "Geheimdienst- und Aufklärungsoperation" im Norden Nigerias und den umliegenden Gebieten unterstützen, hieß es in dem Schreiben von Obama an den Kongress. "Die Kräfte werden im Tschad bleiben, bis ihre Unterstützung bei der Beendigung der Entführung nicht länger benötigt wird."

Vergangene Woche hatte das Pentagon bestätigt, dass das US-Militär eine Drohne vom Typ Global Hawk und ein Turbopropflugzeug MC-12 für Aufklärungsflüge in der Region einsetzt. Washington berät die Regierung Nigerias außerdem mit einem Expertenteam, dem Militärangehörige des US-Regionalkommandos für Afrika (Africom), FBI-Polizisten sowie Mitarbeiter des Außenministeriums und der US-Entwicklungshilfebehörde USAID angehören.

Boko Haram versetzt die Menschen in Nigeria unterdessen weiter in Schrecken. Am Mittwoch wurden bei einem Angriff der Organisation 25 Menschen getötet. Augenzeugen berichten, die Extremisten hätten ein Dorf angezündet.

Die Entführung der Schulmädchen in Nigeria hat die Öffentlichkeit in den USA stark bewegt. First Lady Michelle Obama hielt zu diesem Thema am 10. Mai erstmals an der Stelle ihres Mannes die wöchentliche Rundfunkansprache. Die Präsidentengattin geißelte dabei die Verschleppung als "skrupellose Tat" einer Terrorgruppe, die jegliche Bildung für Mädchen verhindern wolle.

Die Boko-Haram-Extremisten hatten Mitte April fast 300 Schülerinnen im nigerianischen Chibok entführt. Einige der Mädchen konnten zwischenzeitlich fliehen. Zuletzt wurde die Zahl der Verschleppten mit 223 angegeben. Mitte Mai bekannte sich der Boko-Haram-Anführer Abubakar Shekau in einem Video zu der Entführung. Er sagte, einige der Geiseln seien inzwischen zum Islam konvertiert. Eine Woche zuvor hatte er gedroht, die Mädchen sollten zwangsverheiratet oder versklavt werden.