Eine französische Fotojournalistin ist in der Zentralafrikanischen Republik getötet worden. Nach Informationen der französischen Tageszeitung Libération wurde die 26-jährige Camille Lepage in einem Hinterhalt getötet, in dem auch mindestens zehn christliche Anti-Balaka-Milizen ums Leben gekommen sein sollen. Lepage war für eine Reportage mit den Milizen unterwegs gewesen.

Soldaten der französischen Eingreiftruppe Sangaris fanden ihre Leiche bei einer Fahrzeugkontrolle in der Region Bouar im Westen des Landes. Sie hätten einen Pick-Up angehalten und im Inneren fünf Tote entdeckt, darunter Lepage. Zehn bewaffnete Männer seien auf dem Wagen gewesen, schreibt das Blatt. Sie würden noch verhört.

Frankreichs Präsident François Hollande forderte die sofortige Aufklärung des Verbrechens. "Lepage machte Fotos, sie fühlte, das sei ihre Pflicht. Sie ist sicher in einen Hinterhalt geraten", sagte Hollande. Er kündigte an, Ermittler in die Region zu senden und das Verbrechen nicht ungestraft zu lassen.

Lepage war seit knapp einem Jahr auf dem afrikanischen Kontinent unterwegs. Im Juli war sie in den Südsudan aufgebrochen, von dort ging sie weiter in die Zentralafrikanische Republik, berichtet die französische Tageszeitung Le Monde. Lepage war freie Fotografin, ihre Bilder erschienen weltweit in den Zeitungen. 

Ihre Mutter sagte dem französischen Fernsehsender RTL, ihre Tochter habe über Menschen berichten wollen, die sonst keine Stimme hätten und die in Gefahr seien. Das letzte Foto, das Lepage letzte Woche auf Instagram veröffentlichte, zeigt Anti-Balaka-Milizen, mit denen sie unterwegs war. Sie sei zuletzt 250 Kilometer südlich des Ortes gewesen, an dem ihre Leiche gefunden wurde, schreibt Le Monde

Seit dem Sturz von Staatschef François Bozizé im März 2013 herrscht in der Zentralafrikanische Republik ein Bürgerkrieg zwischen muslimischen und christlichen Milizen. Mehrere Tausend Menschen wurden in dem Konflikt getötet, fast eine Million Menschen befindet sich auf der Flucht. 

USA verhängen Sanktionen gegen Zentralafrika

US-Präsident Barack Obama hat Sanktionen gegen fünf Personen aus der Zentralafrikanischen Republik verhängt. Darunter sind Bozizé und zwei Rebellenführer. Die Kontensperrungen würden ein "starkes Signal senden, dass diejenigen, die die Stabilität der Zentralafrikanischen Republik gefährden, Konsequenzen zu spüren bekommen werden", teilte das Weiße Haus mit. Die Vereinten Nationen hatten Anfang Mai Sanktionen gegen drei Milizenführer verhängt.

Bisher sind rund 6.000 Soldaten der Afrikanischen Union und etwa 2.000 französische Soldaten in Zentralafrika im Einsatz. Eine Überbrückungsmission der EU soll bis zu 800 Soldaten umfassen. Ab Mitte September soll eine knapp 12.000 Mann starke Blauhelmtruppe der Vereinten Nationen in das Land entsandt werden.