Der syrische Staatschef Baschar al-Assad hat die Präsidentschaftswahl klar gewonnen. Er erreichte 88,7 Prozent der Stimmen, sagte Parlamentssprecher Dschihad al-Laham im staatlichen Fernsehen. Die beiden Gegenkandidaten Hassan al-Nuri und Maher al-Hajjar kamen demnach lediglich auf 4,3 Prozent beziehungsweise 3,2 Prozent der Stimmen.

Assads Sieg galt schon im Vorhinein als sicher. Der Staatschef hatte nur zwei ihm getreue Gegenkandidaten aufstellen lassen, Oppositionspolitiker traten nicht an.

Die Wahlbeteiligung lag laut offiziellen Angaben bei 73,42 Prozent – im Jahr 2007 hatte die offizielle Zahl noch bei 95,86 Prozent gelegen. Demnach beteiligten sich dieses Jahr von den 15,8 Millionen Syrern 11,6 Millionen an der Abstimmung. 3,8 Prozent der abgegebenen Stimmzettel seien ungültig gewesen, hieß es den von unabhängiger Seite nicht überprüfbaren Angaben zufolge. Nur in den von den Regierungstruppen kontrollierten Regionen konnte überhaupt gewählt werden. Diese machen lediglich etwa 40 Prozent des Staatsgebiets aus.

Die USA und die Europäische Union hatten die Präsidentschaftswahl scharf kritisiert. US-Außenminister John Kerry sprach im benachbarten Libanon von einer "Nicht-Wahl". Die Hauptunterstützer Assads rief er während eines unangekündigten Besuchs in Beirut auf, zum Ende des dreijährigen Krieges beizutragen. Der Iran, Russland und die libanesische Hisbollah müssten dazu Anstrengungen unternehmen.

Die EU-Außenbeauftragte Catherine Ashton bezeichnete das Votum als "illegal". Sie rief Assad auf, "erneut wirkliche politische Verhandlungen" aufzunehmen. Es gehe darum, die Bedingungen dafür zu schaffen, dass das syrische Volk seinen wahren Willen ausdrücken könne.