Der ägyptische Satiriker Bassem Jussif zieht sich aus Angst um seine Sicherheit aus dem Showgeschäft zurück. Das gab der beliebte Entertainer bei einer Pressekonferenz in Kairo bekannt. Die momentane Atmosphäre in Ägypten sei für politische Satire nicht geeignet.

"Ich bin kein Revolutionär und kein Krieger. Ich habe meine Ansichten einmal in der Woche im Fernsehen ausgedrückt." Er sei müde und sorge sich um seine Sicherheit und die seiner Familie, zitierte ihn die Zeitung Al-Shorouk. Die Sendung zu stoppen sei ein viel stärkeres Zeichen, als damit weiterzumachen.

Jussif deutete an, dass der Sender MBC Masr unter Druck gesetzt wurde, seine wöchentliche Sendung mit dem Titel Al-Barnameg (Das Programm) zu stoppen. Er wolle allerdings nicht sagen, von wem. Der Sender habe alles versucht, aber der Druck sei immens gewesen.

Jussif hatte sich zuvor über die "ach so spannende" Präsidentenwahl lustig gemacht. Aus der Abstimmung Ende Mai war wie erwartet Ex-Militärchef Abdel Fattah al-Sissi als Sieger hervorgegangen.

Al-Barnameg war bereits Mitte April von MBC Masr ausgesetzt worden. Zunächst war von einer vorübergehenden Pause die Rede. Nach eigenen Angaben hatte der Satiriker Angebote aus dem Ausland abgelehnt, da seine Show ihren Ursprung in Ägypten habe.

Festnahme nach Witzen über Mursi

Bereits Ende März 2013 war Jussif wegen Witzen über den damaligen islamistischen Präsidenten Mohammed Mursi festgenommen worden. Nach Protesten der Opposition und zahlreicher Anhänger wurde er auf Kaution freigelassen. Nach dem Sturz Mursis durch das Militär im Sommer 2013 musste Jussif mit seiner Show immer wieder pausieren.

Der Herzchirurg hat seine Show-Karriere während der Proteste gegen Präsident Hosni Mubarak 2011 auf YouTube begonnen und war dann schnell zum Fernsehstar aufgestiegen. Die Rechte für die Zweitausstrahlung der Show hatte sich das arabische Programm der Deutschen Welle gesichert.