Bei einer Serie von Anschlägen sind im Irak allein heute mindestens 23 Menschen ums Leben gekommen. Bei einem doppelten Bombenanschlag auf die Büros zweier kurdischer Parteien starben in der nordirakischen Stadt Thus Chormato 15 Menschen, wie die Behörden berichteten. Mehr als 100 Menschen erlitten zudem Verletzungen, sagte Bürgermeister Schalal Abdul.

Bei einer Schießerei zwischen Bewaffneten und Sicherheitskräften in Kanaan, 75 Kilometer nordöstlich von Bagdad, starben zudem vier Soldaten und zwei Polizisten. In der Hauptstadt selbst kamen bei Anschlägen ein Immobilienmakler und ein städtischer Angestellter ums Leben.

Den Angaben zufolge fuhr ein Selbstmordattentäter seinen Lkw in einen Kontrollpunkt, der zu den Büros der Patriotischen Union Kurdistans (PUK) und der Kommunistischen Partei Kurdistans führt. Als Menschen an den Unglücksort eilten, sei ein zweiter, mit Bomben bestückter Lkw vermutlich ferngesteuert explodiert, sagte Abdul.    

Erst wenige Stunden zuvor hatte es einen doppelten Bombenanschlag auf Büros kurdischer Parteien gegeben. Am Sonntag hatte ein Selbstmordattentäter das PUK-Büro in Dschalula in der ethnisch gemischten Provinz Dijala angegriffen, anschließend explodierte dort eine Autobombe. Mindestens 19 Menschen starben, 65 wurden verletzt. Generalsekretär der PUK ist der irakische Präsident Dschalal Talabani, der derzeit in Deutschland medizinisch behandelt wird.   

Zum Anschlag in Dschalaula bekannte sich die radikale sunnitische Gruppe Isil, wer die Anschläge in Thus Chormato verübt hat, ist bisher noch unklar. Der Irak wird seit Monaten von Gewalt erschüttert  – der schwersten seit den Jahren 2006 und 2007, als sich das Land an der Schwelle zum Bürgerkrieg befand. 

Am Samstag hatten mehrere Bewaffnete die Universität in der Stadt Ramadi gestürmt und Hunderte Studenten und Bedienstete als Geiseln genommen. Nach mehreren Stunden ließen die Angreifer ihre Geiseln nach und nach frei und zogen vom Universitätsgelände ab.