Die USA haben ein bislang geheimes Dokument veröffentlicht, das den tödlichen Drohnenangriff auf einen amerikanischen Terrorverdächtigen im Ausland rechtfertigt. Laut der Begründung des US-Justizministeriums verstieß der Angriff gegen den Prediger Anwar al-Awlaki im Jemen 2011 nicht gegen die US-Verfassung. Diese garantiert jedem US-Bürger, der einer Straftat beschuldigt wird, das Recht auf ein faires Gerichtsverfahren.

Die Tötung eigener Bürger sei dann gerechtfertigt, wenn sie eine unmittelbare Bedrohung für die USA darstellten und sie nicht zu fassen seien, heißt es in dem 41 Seiten langen Dokument.

Al-Awlaki wurden Verbindungen zum Terrornetzwerk Al-Kaida nachgesagt. Durch US-Drohnen kamen bisher mindestens drei weitere Amerikaner ums Leben.

Die US-Regierung unter Präsident Barack Obama hatte jahrelang versucht, das Papier unter Verschluss zu halten. Die Bürgerrechtsorganisation ACLU und die New York Times hatten dagegen geklagt, ein New Yorker Gericht verfügte nun die Freigabe. 

Die ACLU lobte die Entscheidung als überfälligen aber entscheidenden Schritt zur Transparenz im umstrittenen US-Drohnenprogramm. "Nur wenige Fragen sind wichtiger als die, wann die Regierung das Recht hat, die eigenen Bürger zu töten", sagte ACLU-Anwalt Jameel Jaffer. Wichtige Teile des Dokuments sind allerdings entfernt.

Die USA fliegen seit einigen Wochen nach mehrmonatiger Pause wieder in Pakistan Drohnenangriffe, mehrere Menschen starben. Wiederholt hatten die Einsätze die Regierung in Islamabad verärgert. Durch die Angriffe sterben oft auch Unschuldige.