Der EU-Gipfel hat Jean-Claude Juncker als neuen Präsidenten der EU-Kommission benannt. Das teilte Ratspräsident Herman van Rompuy mit. Der frühere luxemburgische Ministerpräsident Juncker muss noch vom Europaparlament bestätigt werden, die Abstimmung ist für 16. Juli vorgesehen.    

Die Nominierung war unter den 28 Staats- und Regierungschefs höchst umstritten. Großbritanniens Premier David Cameron und der ungarische Ministerpräsident Viktor Orbán hatten schon vor dem Treffen angekündigt, gegen Juncker stimmen zu wollen.

Juncker ist nach Ansicht Camerons ungeeignet, den Topjob zu übernehmen. Er habe seinen Kollegen bei der Aussprache über die Personalie gesagt, sie könnten das angewandte Verfahren "noch zu Lebzeiten bereuen", twitterte Cameron. Bisher wurde der Chef der mächtigen Behörde einvernehmlich von den Staats- und Regierungschefs bestimmt.

Im Europaparlament braucht Juncker mindestens 376 der insgesamt 751 Stimmen. Da die Sozialdemokraten bereits signalisierten, dass sie Juncker wählen wollen, hat er gute Chancen, diese zusammenzubekommen. Junckers Europäische Volkspartei (EVP) stellt die stärkste Fraktion.