EU-Geheimdienste haben eine Liste von 5.000 potenziellen Dschihadisten zusammengestellt. Die Dienste befürchteten, dass diese EU-Bürger sich demnächst Al-Kaida-Gruppen in Syrien anschließen könnten, berichtete die Financial Times. Die Liste sei der Türkei übergeben worden, da die meisten islamistischen Kämpfer aus dem Westen über dieses Land nach Syrien reisten.

Die westlichen Behörden sind alarmiert durch den Anschlag auf das Jüdische Museum in Brüssel vor zwei Wochen. Dabei waren drei Menschen getötet worden. Der Vorfall gilt als erster Terroranschlag eines Syrien-Heimkehrers. Der Täter war ein französischer Staatsbürger, der sich in Syrien islamistischen Kämpfern angeschlossen hatte.

In Syrien kämpfen bereits 2.000 bis 3.000 Dschihadisten aus Europa und den USA. Nun befürchten die Geheimdienste, dass sie in ihre Heimatländer reisen und dort eine Welle von Terroranschlägen verüben könnten.  

Deutschlands Innenminister Thomas de Maizière hatte am Donnerstag davor gewarnt, dass Kämpfer mit europäischem Pass "kampferprobt und entschlossen" zurückkehren könnten und Anschläge planen würden: "Darauf müssen wir uns einstellen."

Bei der Überwachung von Syrien-Kämpfern aus dem Westen arbeiteten die Geheimdienste von neun EU-Staaten, die sich einer besonderen Terrorgefahr ausgesetzt sehen, sehr eng zusammen, berichtete die Financial Times. Darunter die von Deutschland, Frankreich und Großbritannien.   

Kooperation mit der Türkei

Die EU will nun potenzielle islamistische Kämpfer an der Aus- und Weiterreise hindern. Dafür haben die Behörden die Liste mit den 5.000 Verdächtigen an die Türkei weitergegeben, berichtete die Financial Times.  

Die Regierung in Ankara kooperiere dafür mit der EU. Inzwischen hat sie die syrische Bürgerkriegspartei Dschabhat al-Nusra, die zum Al-Kaida-Netzwerk gehört, als Terrororganisation eingestuft.