Die Krise in der Ukraine sorgt einer Studie der Vereinten Nationen zufolge dafür, dass viele Ukrainer ihre Heimat verlassen. Die größte Zahl von rund 110.000 Ukrainern sei seit Beginn dieses Jahres nach Russland geflohen. Weitere 54.000 hätten wegen der Kämpfe ukrainischer Truppen gegen die prorussischen Separatisten ihre Häuser verlassen, seien aber im Land geblieben. Das teilte das Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen (UNHCR) mit. Nur 9.500 derer, die nach Russland geflohen seien, hätten Flüchtlingsstatus beantragt. Viele andere hätten im Falle einer Rückkehr in die Ukraine Angst vor künftigen Vergeltungsmaßnahmen, wenn sie einen offiziellen Antrag stellen würden.

Weitere 750 Ukrainer hätten in Polen, Weißrussland, Tschechien und Rumänien Flüchtlingsstatus beantragt. In der vergangenen Woche sei die Zahl derer, die innerhalb der Ukraine auf der Flucht seien, stark angestiegen. Rund 12.000 von ihnen stammten von der Krim und aus anderen Teilen der Ostukraine. Die Schwarzmeerinsel war von Russland im März annektiert worden

In der Ukraine fliehen die meisten Menschen aus der Ostukraine, besonders der Krisenregion Donezk, die sich als unabhängig von Kiew erklärt hatte. Ende Mai 2014 hatte das UNHCR noch von etwa 10.000 Menschen gesprochen, die ihre Heimat verlassen hatten.