Der Streit um russische Erdgaslieferungen an die Ukraine konnte auch nach achtstündigen Verhandlungen nicht beigelegt werden. Dies sagte EU-Energiekommissar Günther Oettinger am Dienstag in Brüssel. Die Verhandlungen zwischen den Energieministern beider Länder sollten aber am Dienstag oder Mittwoch fortgesetzt werden.

Bei den Gesprächen geht es sowohl um den künftigen Preis russischer Gaslieferungen an die Ukraine als auch um bereits aufgelaufene Schulden in Milliardenhöhe. Für deren Begleichung hatte der russische Energiekonzern Gazprom der Ukraine unter Androhung eines Lieferstopps ein Ultimatum bis Dienstag gesetzt. Das Land hatte das Gas jahrelang verbilligt erhalten. Russlands Präsident Wladimir Putin hatte am Freitag eine mögliche Einigung in Aussicht gestellt.

An den Verhandlungen nahmen die Energieminister Alexander Nowak (Russland) und Juri Prodan (Ukraine) sowie die Chefs der Gaskonzerne beider Staaten, Alexej Miller (Gazprom) und Andrej Kobolew (Naftogas), teil. Oettinger sagte, es sei über alle Streitfragen gesprochen worden.

Die Ukraine hat auch nach einer Teilzahlung von rund 577 Millionen Euro immer noch Gas-Schulden von 1,05 Milliarden Euro bei Gazprom. Kiew macht die Begleichung von einer Einigung über den vom Juni an geltenden Gaspreis abhängig. Russland fordert 485 statt bisher 268,5 US-Dollar pro 1.000 Kubikmeter.