Die Nato und Großbritannien haben einen militärischen Einsatz im Irak ausgeschlossen. Nato-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen sagte, er sehe keine Rolle seines Militärbündnisses in dem Land und es gebe kein Mandat. Auch die Regierungen in Washington und Großbritannien haben einen Militäreinsatz ausgeschlossen.

Die Nato hatte am Mittwoch eine Dringlichkeitssitzung zur Lage im Irak einberufen. Die Türkei hatte das Treffen beantragt, nachdem Islamisten im irakischen Mossul 80 türkische Geiseln genommen hatten. Insider erklärten, Vertreter der türkischen Regierung hätten über die Geiselnahme und die Entwicklungen in Mossul informiert. Es habe sich aber ausdrücklich nicht um ein Treffen nach Artikel 4 des Nordatlantikvertrags gehandelt, der eine Bedrohung der Sicherheit eines Bündnismitglieds regelt. 

Die Nato-Staaten bieten dem Irak dennoch Hilfen an: Der britische Außenminister William Hague sagte, Großbritannien könne humanitäre Hilfe leisten. Sein Land werde darüber hinaus jede Entscheidung der USA in Bezug auf die Lage im Irak mittragen. 

Die US-Regierung berät derzeit über eine Aufstockung der Militärhilfen im Irak. Seit Wochen bittet die irakische Regierung die USA um Unterstützung, dabei soll Ministerpräsident Nuri al-Maliki auch Luftangriffe und Drohneneinsätze gegen die sunnitischen Extremisten im Land erbeten haben. Dies hat die US-Regierung bislang aber strikt abgelehnt. 2003 leiteten die USA und Großbritannien gemeinsam den Irakkrieg ein, der zum Sturz von Machthaber Saddam Hussein führte. Erst 2011 zogen die USA ihre Truppen ab.

Russland kritisierten übereilten US-Truppenabzug

Russland wirft den USA und Großbritannien vor, mitschuldig zu sein an der jetzigen Eskalation der Gewalt im Irak. Außenminister Sergej Lawrow sagte: "Die territoriale Einheit des Irak steht nun infrage." Der Terror könnte sich landesweit auch deshalb verbreiten, "weil die westlichen Besatzungstruppen den innenpolitischen Prozessen nie Aufmerksamkeit geschenkt haben", sagte er.  Es sei "zynisch", wenn Großbritannien den Terror im Irak als Folge der Syrien-Krise bezeichne, sagte er. Auch die USA trügen Mitschuld, weil sie ihre Truppen zu früh aus dem Irak abgezogen hätten.

Russland, die USA und Großbritannien werden am heutigen Donnerstagabend noch gemeinsam im UN-Sicherheitsrat über die Lage im Irak beraten.