Irakische Extremisten haben ihre Geiselnahme in der Universität in der Provinz Anbar beendet. Die Bewaffneten hätten sich ein Gefecht mit Sicherheitskräften geliefert und sich anschließend zurückgezogen, teilte die Polizei mit. Mindestens drei Polizisten seien bei den Kämpfen gestorben, hieß es. Laut Staatsfernsehen wurden alle Geiseln befreit. Insgesamt seien 25 Dschihadisten in die Universität eingedrungen. Ihr mutmaßlicher Anführer Abu Ataa al-Halabi sei von Sicherheitskräften getötet worden. Einige der Milizionäre hätten Sprengstoffgürtel umgebunden gehabt.

Die Bewaffneten hatten am Morgen das Gelände gestürmt und zeitweilig Hunderte Studenten und Professoren in einem Schlafsaal der Universität gefangengenommen. Der Angriff habe in der Nähe der Provinzhauptstadt Ramadi westlich von Bagdad stattgefunden, teilten die Behörden mit. Die Angreifer waren den Angaben nach Kämpfer der terroristischen Miliz Islamischer Staat im Irak und Syrien (Isis). Sie haben demnach ein Gebäude der Sicherheitskräfte auf dem Campus in die Luft gesprengt sowie eine Brücke, die die Universität mit dem Stadtzentrum verbindet.  

Isis und andere von sunnitischen Extremisten geführte Gruppen kontrollieren seit Ende Dezember Teile der Provinz Anbar, darunter die Stadt Falludscha und Teile von Ramadi. Isis galt lange als Al-Kaida-Gruppe, Anfang des Jahres distanzierte sich aber das Terrornetzwerk von der Bürgerkriegspartei.  

Auf beiden Seiten der irakisch-syrischen Grenze verübte Isis zahlreiche Anschläge. In ihren Gebieten setzt die Gruppe brutal islamische Regeln durch.  

Geiselnahmen sind im Irak relativ selten. Normalerweise begehen die Extremisten Anschläge in belebten Gebieten, um möglichst viele Menschen zu töten.

Am Freitag kamen im Irak bei Anschlägen mindestens 27 Menschen ums Leben. Im vergangenen Jahr wurden nach Angaben der Vereinten Nationen 8.868 Menschen bei Anschlägen getötet.