Der Iran unterstützt den Irak laut einem Medienbericht in einer geheimen Militärkooperation im Kampf gegen die radikalislamische Isis-Miliz. Die New York Times meldete in der Nacht auf Donnerstag, der Iran versorge die Armee in seinem Nachbarland mit militärischer Ausrüstung. Außerdem hat der Iran laut dem Bericht Drohnen zur Überwachung der umkämpften Gebiete in den Irak geschickt.

Die Zeitung beruft sich auf namentlich nicht genannte Behördenvertreter aus den USA. Den Angaben zufolge gibt es zwei Mal täglich Versorgungsflüge aus dem Iran in die irakische Hauptstadt Bagdad, in denen Ausrüstungsgegenstände transportiert werden. Jede Lieferung habe einen Umfang von rund 70 Tonnen. "Es ist eine erhebliche Menge", sagte ein US-Vertreter laut New York Times. Zwar handle es sich nicht zwingend um schwere Bewaffnung. "Aber es sind auch nicht nur Kleinwaffen und Munition."

Wie die USA hat auch der Iran Militärberater in den Irak entsandt. Die Islamische Republik sorgt sich vor einem weiteren Vorrücken der Isis-Gruppe, die in den vergangenen Wochen viele Gebiete im Nordirak unter ihre Kontrolle gebracht hat. In der Folge verstärkte der Iran die Truppen an seinen Grenzen. Der Iran und die USA galten bis vor Kurzem noch als Erzfeinde, im Bezug auf Isis verfolgen sie jetzt ähnliche Ziele. Hochrangigen US-Beamten zufolge gibt es laut New York Times aber keine Koordinierung der Maßnahmen zwischen den beiden Ländern.

Schiitenführer kritisiert US-Einsatz

Soldaten von amerikanischen Sondereinsatzkommandos hatten am Mittwoch ihren beratenden Einsatz im Irak gestartet. Dieser stößt in dem Land aber auch auf Kritik. Der einflussreiche irakische Schiitenführer Muktada al-Sadr sprach sich vehement gegen die Präsenz von US-Militärberatern in seinem Land aus. Die USA seien ein "Besatzerstaat", sagte al-Sadr in einer Fernsehansprache. Er werde "nur internationale Hilfe für die irakische Armee akzeptieren, die nicht von Besatzerstaaten kommt".

Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) warnte erneut vor einem Zerfall des Irak. In der Haushaltsdebatte des Bundestags sagte Steinmeier, er habe "mit einiger Sorge" gehört, dass sich der amtierende Ministerpräsident Nuri al-Maliki weigert, eine  Einheitsregierung aufzustellen. Eine politische Lösung könne es nur mit einer Regierung geben, in der alle Regionen und Religionen des Landes vertreten seien, sagte Steinmeier. Aus seiner Sicht sind auch die regionalen Mächte in der Nachbarschaft des Irak gefragt: "Wir müssen versuchen, den Nachbarstaaten deutlich zu machen, dass keiner ein Interesse am Zerfall der staatlichen Autorität haben könnte."