Auf der Suche nach den drei verschwundenen jüdischen Jugendlichen hat die israelische Armee im Westjordanland weitere 65 Palästinenser festgenommen. Unter den Festgenommenen seien 51 Männer, die 2011 im Austausch für den israelischen Soldaten Gilad Schalit freigekommen waren, teilte die israelische Armee mit. Insgesamt hatte Israel damals mehr als Tausend Palästinenser freigelassen.

Damit sind im Westjordanland seit dem Verschwinden der Teenager bereits 240 Palästinenser festgenommen worden. Die meisten von ihnen sind Anhänger der radikalislamischen Hamas. Es ist damit das massivste Vorgehen gegen die Organisation seit fast zehn Jahren. Israel geht davon aus, dass die Hamas hinter der Entführung steckt.

Die Hamas hatte kürzlich gemeinsam mit der gemäßigteren Fatah von Palästinenserpräsident Mahmud Abbas eine Einheitsregierung gebildet – ein Schritt, der in Israel Kritik ausgelöst und die Regierung zum Abbruch der Friedensgespräche veranlasst hatte. 

Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu warf Abbas jetzt vor, dass diese Allianz mit Terroristen Mitschuld an der Entführung trage, weil dadurch eine Radikalisierung eingetreten sei.

Die drei Schüler einer jüdischen Religionsschule in der Siedlung Kfar Ezion bei Bethlehem werden seit Donnerstagabend vermisst. Bisher hat sich keine palästinensische Organisation zur Entführung bekannt.