Etwa 60 Prozent der Bundesbürger sind der Ansicht, dass Bundeskanzlerin Angela Merkel auch gegen den Widerstand des britischen Premiers David Cameron den konservativen Spitzenkandidaten Jean-Claude Juncker weiter unterstützen soll. Einer Forsa-Umfrage für den stern zufolge meinen nur 19 Prozent, Merkel solle zugunsten eines guten Verhältnisses zu Großbritannien von Juncker abrücken, der Präsident der EU-Kommission werden will. 

Vor allem Befragte mit Abitur und Studium (68 Prozent) und Anhänger von FDP (70), CDU/CSU (68), Grünen (68) und SPD (65) wollen, dass Merkel zu Juncker steht. 51 Prozent der Deutschen würden es bedauern, wenn sich Großbritannien entschließen würde, aus der Europäischen Union (EU) auszutreten. 41 Prozent der Befragten hingegen könnten sich mit einem EU-Austritt Großbritanniens durchaus abfinden.

Bedauerlich fänden vor allem die höher Gebildeten sowie die Anhänger der Grünen (71 Prozent) und der FDP (72 Prozent) einen Austritt der Briten. Egal wäre dies 54 Prozent der Hauptschulabgänger und 61 Prozent der Sympathisanten der AfD. 

Europa bleibt in der Frage des nächsten Präsidenten der EU-Kommission gespalten. Merkel sagte nach einem Treffen mit den Regierungschefs Großbritanniens, Schwedens und der Niederlande, dass sie weiter Juncker für den Spitzenjob haben wolle. Ihre Kollegen dagegen sagten, dass die Person zu der Agenda passen müsse. Vor allem der britische Premierminister Cameron brachte erneut Vorbehalte gegen den Spitzenkandidaten der Konservativen vor, da dieser für eine weitere Integration der EU steht.