Die kanadische Regierung hat dem Bau einer umstrittenen Pipeline zur Pazifikküste zugestimmt, um die Ölexporte nach Asien zu steigern. Die Northern-Gateway-Pipeline soll zukünftig täglich mehr als eine halbe Million Barrel Öl von den Ölsandfeldern der Provinz Alberta zu der Hafenstadt Kitamat transportieren. Von dort werden dann jährlich bis zu 220 große Öltanker das Öl nach Asien transportieren.

Die Schiffe passieren dabei den Great Bear Rainforest, eine dichte Ansammlung von Inseln und Fjorden. Viele Umweltgruppen und Ureinwohnern haben sich gegen das Projekt ausgesprochen. Die konservative Regierung betont aber, dass die Aufsichtsbehörde dem Pipeline-Betreiber Enbridge 209 Bedingungen gestellt habe. Endbridge hat sich bereit erklärt, diese Bedingungen zu erfüllen.

Die Entscheidung für Northern Gateway war erwartet worden; Ministerpräsident Stephen Harper unterstützt das Projekt. Eine Entscheidung über eine weitere große Pipeline von Alberta an die US-Golfküste von Texas ist von US-Präsident Barack Obama verschoben worden.

Beide Leitungen sind für Kanada mit der steigenden Ölsandförderung von großer wirtschaftlicher Bedeutung. Mit 170 Milliarden Barrel nachgewiesener Ölreserven verfügt Alberta über das drittgrößte bekannte regionale Ölvorkommen weltweit. Kanada will den Kundenkreis für sein Öl mit den Pipelines erweitern; derzeit gehen 97 Prozent seiner Ölexporte in die USA.