Mit Blick auf die Krise im Irak hat Benjamin Netanjahu zur Gründung eines unabhängigen kurdischen Staates aufgerufen. "Wir sollten die Bestrebungen der Kurden unterstützen", sagte der israelische Ministerpräsident in einer Grundsatzrede. Die Kurden seien eine Nation von Kämpfern, die sich der Unabhängigkeit würdig erwiesen hätten.

Netanjahu sieht in den Kurden potenzielle Partner im Kampf gegen die Isis. Als Reaktion auf den Vormarsch der Islamisten in Syrien und im Irak müssten sowohl die Kurden als auch Jordanien gestärkt werden, sagte Netanjahu. Es sei nun an der Zeit für eine "erweiterte regionale Zusammenarbeit". 

Netanjahus Vorschlag steht im Widerspruch zur Linie der USA, die sich gegen eine Unabhängigkeit Kurdistans ausgesprochen haben. Die Kurden selbst halten öffentlichen Äußerungen zufolge einen eigenen Staat derzeit nicht für realistisch.

Netanjahu verteidigt Präsenz im Westjordanland

Mit Blick auf den Palästinakonflikt sagte Netanjahu, dass Israel langfristig seine Militärpräsenz im Westjordanland aufrechterhalten müsse. Dies sei auch über ein künftiges Friedensabkommen mit den Palästinensern hinaus notwendig: "Wir müssen in der Lage sein, Terrorismus und Fundamentalismus aus dem Osten an der Jordan-Linie zu stoppen und nicht in den Vororten von Tel Aviv." Die palästinensischen Sicherheitskräfte seien dieser Aufgabe nicht gewachsen und internationale Truppen könnten sich als nicht verlässlich erweisen und sich zurückziehen.

Die internationale Gemeinschaft und die Palästinenser fordern einen Abzug israelischer Truppen aus dem Westjordanland. Er wird als Voraussetzung für die Gründung eines eigenen palästinensischen Staates angesehen.