Nordkorea hat nach eigenen Angaben versuchsweise einen neu entwickelten Raketentyp eingesetzt. Wie die staatlichen Medien berichteten, überwachte Staatschef Kim Jong Un den Einsatz persönlich.

Es handele sich um eine taktische Lenkrakete "mit Ultrapräzision", die auf neuestem technischen Stand sei. Der Abschuss sei ein Meilenstein für die Streitkräfte des Landes, meldete die staatliche Nachrichtenagentur KCNA. Ihre Entwicklung habe der Staatschef persönlich geleitet.

Südkoreanisches Militär hatte am Donnerstag den Einschlag von drei Geschossen vor seiner Ostküste beobachtet. Sie seien fast 200 Kilometer geflogen, bevor sie ins Meer gestürzt seien, sagte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums. Das Regime in Pjöngjang habe in den vergangenen Jahren versucht, seine großkalibrigen Raketensysteme zu modernisieren. 

Der Test dürfte das Verhältnis von Nord- und Südkorea belasten. Erst am Donnerstag hatte die nordkoreanische Volksarmee über KCNA eine Erklärung veröffentlicht. Darin verurteilte sie die jüngsten Militärübungen des Südens an der umstrittenen Seegrenze zwischen beiden Staaten im Gelben Meer. Sie drohte mit einem "verheerenden Gegenangriff".

Nord- und Südkorea befinden sich formal im Kriegszustand. Nach dem Koreakrieg 1950 bis 1953 schlossen die Staaten keinen Friedensvertrag.