Die prorussischen Separatisten in der Ostukraine haben vier OSZE-Beobachter freigelassen, die Ende Mai entführt worden waren. Die Mitarbeiter der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa seien in der Nacht zum Freitag in einem Hotel in Donezk angekommen, teilten die Separatisten mit. Das OSZE-Büro in der Ukraine bestätigte in einer Pressemitteilung die Freilassung der vier Beobachter.

Bei den Freigelassenen handele es sich um "einen Dänen, einen Türken, einen Schweizer und – wenn ich mich nicht irre – um einen Esten", sagte der Rebellenführer der selbstproklamierten Volksrepublik Donezk, Alexander Borodai. Die bedingungslose Freilassung sei eine Geste des guten Willens, sagte er. Äußerlich befanden sich die Freigelassenen in einer guten Verfassung, hieß es in der Mitteilung der OSZE. Das Beobachterteam, das seine Basis in Donezk hatte, war 32 Tage in Gefangenschaft.   

Ende Mai war auch der Kontakt zu einem Team mit Basis in Luhansk abgebrochen. Diese vier Personen seien noch nicht freigelassen worden, teilte die OSZE mit. Borodai sagte, er hoffe, dass auch diese Gruppe bald freikommen werde. Unter den Festgehaltenen befindet sich auch eine Deutsche. Derzeit sind mehr als 250 zivile OSZE-Beobachter in der Ukraine aktiv. Nach dem Willen von OSZE-Präsident Didier Burkhalter soll die Mission verstärkt werden, unter anderem um eine eventuell anhaltende Waffenruhe zu überwachen.

Der ukrainische Präsident Petro Poroschenko hatte am Freitag vergangener Woche für die Ostukraine eine einwöchige Feuerpause seitens der Armee ausgerufen, der sich am Montag ein Teil der bewaffneten Separatisten anschloss. Die Waffenruhe soll nach ursprünglicher Planung zwar am Freitagabend um 22 Uhr enden. Für Freitag haben die Separatisten und Poroschenko jedoch neue Gespräche vereinbart. Poroschenko sagte, die Waffenruhe werde nur verlängert, sollten die Gespräche zufriedenstellend verlaufen.