Kurz hintereinander haben US-Streitkräfte zwei Drohnenangriffe in Pakistan geflogen. Bei dem Einsatz am Mittwoch starben mindestens vier Islamisten, am Donnerstagmorgen seien mindestens zehn Extremisten getötet worden, hieß es von Geheimdienstvertretern. 

Die US-Drohnen feuerten zunächst zwei Raketen auf ein Fahrzeug sowie auf einen Gebäudekomplex im Dorf Dargah Mandi ab. Es liegt zehn Kilometer vor der Regionalhauptstadt Miranshah im Stammesgebiet Nord-Waziristan. Sowohl das Fahrzeug als auch das Gebäude gerieten in Brand.  

Ein pakistanischer Sicherheitsbeamter sagte, ersten Erkenntnissen zufolge handelte es sich bei den Opfern um Usbeken. Usbekische Kämpfer sind an Gewaltakten in Pakistan beteiligt. Der Sicherheitsexperte Imtiaz Gul sagte, viele Kämpfer der Islamischen Bewegung Usbekistan (IBU) hätten bei der pakistanischen Rebellengruppe Tehreek-e-Taliban Pakistan (TTP) Unterschlupf gefunden und würden von dieser als Soldaten eingesetzt.

Zuvor hatte die TTP bestätigt, dass sie für den Angriff auf den Flughafen von Karachi in der Nacht zum Montag Kämpfer aus Usbekistan eingesetzt habe. Bei dem Angriff starben 37 Menschen, darunter die zehn Angreifer. Die pakistanische Luftwaffe flog am Dienstagmorgen Vergeltungsangriffe in den Stammesgebieten und tötete mindestens 25 Menschen.

Mehr als 2.000 Tote

Das Ziel des zweiten Drohnenangriffs waren islamistische Kämpfer, die in den Trümmern des ersten Angriffs nach Toten und Verletzten suchten.

Die Stammesgebiete an der Grenze zu Afghanistan sind weitgehend autonom von der Zentralregierung in Islamabad. Sie gelten als Rückzugsgebiet radikaler Gruppen. Die USA flogen dort in den vergangenen Jahren immer wieder Drohnenangriffe. Seit August 2008 starben dadurch insgesamt mehr als 2.000 Menschen. Seit dem 25. Dezember 2013 hatte es jedoch keinen Drohnenangriff mehr gegeben.

Die Angriffe mit unbemannten Flugzeugen belasten seit geraumer Zeit das Verhältnis zwischen den USA und Pakistan. Die pakistanische Regierung wirft den USA vor, dass bei den Einsätzen oft auch Zivilisten sterben oder verletzt werden.