Die pakistanische Luftwaffe hat am Sonntagmorgen Stellungen von mutmaßlichen Aufständischen im Nordwesten des Landes bombardiert. Dutzende Extremisten seien bei dem Einsatz getötet worden, teilten die Sicherheitsbehörden mit. Der Angriff ereignete sich demnach nahe Miranshah, der Hauptstadt von Nord-Waziristan. Die Aktion gilt als Vergeltung für den Anschlag auf den Flughafen von Karatschi vor sechs Tagen.

Nach Angaben aus Sicherheitskreisen wurden acht Verstecke der Taliban und anderer Extremistengruppen zerstört. Zum Zeitpunkt des Luftangriffs waren die Kämpfer zusammengekommen, um über die von den Behörden gesetzte Frist zu diskutieren, das Gebiet zu verlassen. Mitarbeiter des Geheimdienstes sprachen von 100 Opfern, das Militär von mehr als 50. Einer der Getöteten soll beim Angriff auf den Flughafen beteiligt gewesen sein, für den pakistanische Taliban und usbekische Kämpfer die Verantwortung übernommen hatten.

In der Nacht zum Montag hatten zehn Kämpfer der Gruppe Tehreek-e-Taliban Pakistan (TTP) den internationalen Airport von Karatschi angegriffen. Dabei waren 36 Menschen gestorben, unter ihnen die Angreifer. An dem Attentat waren nach Angaben der Taliban auch usbekische Extremisten beteiligt.

Der Luftschlag war der zweite in dieser Woche gegen die Kämpfer im Nordwesten des Landes. Am Dienstag hatten Jets neun Verstecke im Tirah Valley angegriffen und 25 mutmaßliche Rebellen getötet. Bei US-Drohnenangriffen in Nord-Waziristan starben Mitte der Woche 16 mutmaßliche Extremisten.

Waffenruhe war nur von kurzer Dauer

Die halbautonomen Stammesgebiete an der Grenze zu Afghanistan sind eine Hochburg des Terrornetzwerks Al-Kaida und anderer islamistischer Gruppen wie der Taliban. Die TTP und andere islamistische Gruppierungen kämpfen seit 2007 gegen die Regierung Pakistans, tausende Menschen wurden dabei getötet.

Anfang März hatten die pakistanischen Taliban eine Waffenruhe ausgerufen, um Friedensgespräche mit der Regierung in Islamabad zu erleichtern. Wenig später kündigten sie diese jedoch auf. Seitdem kam es wieder vermehrt zu Anschlägen der Taliban sowie Angriffen der Armee auf Stellungen der Extremisten.