Im Osten der Ukraine sind zwei russische Journalisten des Fernsehsenders Rossija 24 getötet worden. Igor Kornieljuk und sein Tontechniker Anton Woloschin waren nahe Luhansk unter Beschuss geraten und schwer verletzt worden, sagte ein Sprecher der staatlichen russischen Medienholding WGTRK.

Kornieljuk wurde bewusstlos in das Krankenhaus in Luhansk gebracht, nach Angaben der Klinik starb er während einer Operation. Anton Woloschin, sein Tontechniker, wurde zunächst vermisst. Am Abend bestätigte der Sender auch seinen Tod. Kameramann Viktor Denisow sagte im Fernsehen, er habe mit Kornieljuk unmittelbar vor dem Granatenangriff ukrainische Flüchtlinge gefilmt.

Die russische Regierung zeigte sich empört über den Tod der beiden. Ministerpräsident Dmitri Medwedew sagte, die ukrainische Regierung müsse zur Verantwortung gezogen werden. Präsident Wladimir Putin forderte bei einem Telefonat mit seinem ukrainischen Kollegen Petro Poroschenko eine Aufklärung des Vorfalls. Die russische Ermittlungsbehörde kündigte an, Untersuchungen zu dem Vorfall anzustellen.

Nach Angaben des Senders wurden zudem zwei weitere russische Reporter, die für einen staatlichen Fernsehsender arbeiten, drei Tage in der Ostukraine festgehalten und verprügelt. Die beiden seien am Samstag an einem Kontrollpunkt festgenommen und in einem Keller von Mitgliedern des rechtsextremen Rechten Sektors befragt worden. Die Ukrainer drohten laut der Reporter damit, sie zu töten und verlangten 200.000 Dollar (knapp 150.000 Euro) Lösegeld.

Poroschenko stellt bei Telefonat mit Merkel Friedensplan vor

Einer der Reporter erlitt einen Trommelfellriss und musste im Krankenhaus behandelt werden. "Wenn ihnen meine Antworten nicht gefielen, haben sie mich geschlagen", sagte er. Beide Männer hatten zudem Blutergüsse im Gesicht. Die Gruppe Rechter Sektor bestätigte, dass am Wochenende zwei russische Reporter festgehalten worden seien. Sie seien schließlich an den ukrainischen Geheimdienst SBU übergeben worden.

Bei einem Telefonat mit Kanzlerin Angela Merkel stellte Poroschenko seinen Friedensplan für die Ostukraine vor. Dazu gehöre eine zehn Kilometer breite Pufferzone entlang der Grenze zu Russland, um Nachschub für militante Gruppen zu verhindern, hieß es. Poroschenko habe bekräftigt, dass die Ukraine ein Freihandelsabkommen mit der EU abschließen wolle. Das Dokument soll nach unbestätigten Berichten am 27. Juni unterzeichnet werden. 

Im Osten der Ukraine gibt es seit Wochen Kämpfe zwischen prorussischen Separatisten und dem ukrainischen Militär. Es geht gegen die Aufständischen vor und versucht, die gesamte Ostukraine wieder unter Kontrolle zu bekommen. Erst in der vergangenen Nacht wurden im Gebiet Donezk mehr als 30 Angehörige der Regierungstruppen verletzt. Die prorussischen Aufständischen berichteten zudem vom Abschuss eines Kampfflugzeugs des Typs Suchoi Su-25. Der Pilot habe sich allerdings per Schleudersitz retten können.