Die russische Regierung hat die Nato davor gewarnt, ihre Truppen in Osteuropa an der Grenze zu Russland zu verstärken. Ein solcher Schritt würde als "Demonstration feindlicher Absichten" gewertet werten, sagte Vize-Außenminister Wladimir Titow der russischen Nachrichtenagentur Interfax. Russland würde darauf mit politischen und militärischen Maßnahmen reagieren.  

Titow reagierte auf eine Ankündigung von US-Präsident Barack Obama. Der hatte vor einer Woche in Warschau gesagt, das Engagement für die Sicherheit Polens und anderer Länder der Region sei ein Eckpfeiler für die Sicherheit der USA selbst. Entsprechend wolle er die osteuropäischen Nato-Mitglieder stärker militärisch unterstützen. 

Obama hatte in Polen einen Sicherheitsplan vorgestellt, der eine Reaktion auf die Politik Russlands in der Ukraine ist. Die Regierung in Moskau hatte nach dem Sturz des früheren ukrainischen Präsidenten Viktor Janukowitsch die Halbinsel Krim annektiert und unterstützt zudem prorussische Milizen in der Ostukraine.     

Titow sagte nun: "Eine zusätzliche Stationierung einer bedeutenden Zahl von Nato-Truppen in Zentral-Ost-Europa, (...) könnte kaum als etwas anderes betrachtet werden als ein direkter Verstoß gegen den Vertrag von 1997 über die Beziehungen zwischen Russland und der Nato."

Russland befürchtet eine weitere Osterweiterung der Nato. Die Annäherung der ukrainischen Regierung an die Nato und die EU interpretiert die Regierung in Moskau als Angriff auf ihre Sicherheitsinteressen. Der Westen wirft Russland vor, es wolle die frühere Sowjetrepublik Ukraine in seinem Einflussbereich halten.