Juan Manuel Santos bleibt kolumbianischer Staatschef. Der 62-jährige Zentrumspolitiker setzte sich am Sonntag bei der Stichwahl um das Präsidentenamt gegen seinen rechten Rivalen Óscar Iván Zuluaga durch, teilte die Wahlkommission mit. Nach Auszählung von 99 Prozent der abgegebenen Stimmen erhielt Santos 50,9 Prozent, Zuluaga kam auf 45,1 Prozent.

Der Präsident hatte sich als Befürworter zu Friedensgesprächen mit der kolumbianischen Farc-Guerilla zur Wiederwahl gestellt. So konnte er die die Rebellen unter anderem dazu bringen, ihren Ausstieg aus dem Drogenhandel zu erklären.  Ein erfolgreicher Abschluss werde ein Wirtschaftswachstum von jährlich bis zu acht Prozent ermöglichen, schrieb er in seinem Wahlaufruf.

Konkurrent Zuluaga erklärte dagegen in seinem letzten Aufruf, er werde den Gewalttätigen weder Immunität noch politische Privilegien gewähren. Der Basis der Guerilla bot er aber eine großzügige Wiedereingliederung an.

Verhandlungen mit weiteren Rebellen

Eine Woche vor der Stichwahl hatte Santos Fortschritte bei den seit November 2012 in Havanna laufenden Verhandlungen verkündet. Vergangenen Dienstag kündigte er außerdem die Aufnahme von Sondierungsgesprächen mit der Eln an, der zweitgrößten Rebellen-Organisation in Kolumbien.

"Gestern gewann die Nationalelf, heute gewinnt der Frieden", schrieb Santos am Sonntag nach seiner Stimmabgabe auf Twitter - in Anspielung auf den 3:0-Sieg Kolumbiens bei der Fußball-Weltmeisterschaft gegen Griechenland.

Die Farc-Guerilla hatte eine einseitige Waffenruhe um die Stichwahl herum verkündet. Am Samstag kam es jedoch zu einem Gefecht mit Heerestruppen im Departement Antioquia, bei dem ein Farc-Regionalchef getötet wurde. Rund 450 000 Polizisten und Militärs sicherten die Abstimmung ab