Ayatollah Ali al-Sistani, das geistliche Oberhaupt der irakischen Schiiten, hat die Iraker aufgerufen, zu den Waffen zu greifen. Sie sollen "ihr Land, ihr Volk und ihre heiligen Stätten verteidigen", sagte ein Sprecher al-Sistanis in der Schiiten-Hochburg Kerbela. Wer könne, solle sich den Sicherheitskräften anschließen, die gegen die Terrorgruppe Islamischer Staat im Irak und Syrien (Isis) kämpfen.

Isis-Kämpfer hatten in den vergangenen Tagen zunächst die nördliche Millionenstadt Mossul und dann die gesamte Provinz Ninive sowie weitere Städte und Regionen im Norden des Landes erobert. Sie rückten weiter auf Bagdad vor und standen nach Polizeiangaben 60 Kilometer nördlich der irakischen Hauptstadt. Hunderttausende Menschen sind bereits aus den besetzten Gebieten geflohen.

Angesichts des schnellen Vormarschs der Isis zieht US-Präsident Obama einen Militärschlag in Erwägung. "Alle Optionen" würden geprüft. Der Einsatz von US-Truppen am Boden sei jedoch ausgeschlossen, sagte ein hochrangiger Regierungsvertreter laut einem CNN-Bericht. Der Iran soll bereits Revolutionsgarden in den benachbarten Irak geschickt haben, um die Kämpfer der Isis zurückzudrängen.