"Eine neue Generation verlangt aus gerechtem Grund die Hauptrolle", sagte Juan Carlos I. in einer Radio- und Fernsehansprache. Am Morgen hatte Ministerpräsident Mariano Rajoy den Entschluss des 76-jährigen Monarchen mitgeteilt, zugunsten seines Sohnes Felipe abzudanken.

Juan Carlos sagte an das spanische Volk gewandt: "Heute hat es eine jüngere und mit neuer Energie ausgestattete Generation verdient, entschlossen an vorderster Linie die Veränderungen und Reformen anzugehen, die die derzeitigen Umstände verlangen." Er sei stolz auf das, was er in seiner Amtszeit erreicht habe. Er habe sich immer dafür eingesetzt, dass sich Spanien in Freiheit entwickeln könne. 

Seinen 46-jährigen Sohn Felipe, der nun Spaniens König und Oberhaupt werden soll, bezeichnete Juan Carlos als bereit für diese neue Aufgabe. Felipe werde eine "neue Ära der Hoffnung" einleiten und seine erworbene Erfahrung mit dem Schwung einer neuen Generation kombinieren, sagte Juan Carlos.

Ernsthaft über seine Abdankung nachgedacht habe er zum ersten Mal im Januar, als er 76 Jahre alt geworden sei, sagte Juan Carlos. Diverse Skandale um das Königshaus und die angeschlagene Gesundheit des Königs hatten in Spanien bereits in den vergangenen Jahren immer wieder zu Spekulationen geführt, wann der Vater den Sohn nachrücken lasse.  

König hält sich bedeckt

In seiner Ansprache ging Juan Carlos jedoch weder auf seine angeschlagene Gesundheit ein noch auf die Affären um seine umstrittene Elefantenjagd oder um den Finanzskandal, in den seine Tochter Cristina und deren Mann Iñaki Urdangarín verwickelt sind. 

Wann genau der Wechsel auf dem Thron stattfinden wird, steht noch nicht fest: Die Regierung muss zunächst ein Gesetz entwerfen, das den Übergang auf den 46-jährigen Kronprinzen regelt.