Er soll das Ansehen der spanischen Monarchie wiederherstellen: Felipe Juan Pablo y Alfonso de Todos los Santos de Borbon y de Grecia. Oder kurz: Felipe VI., Thronfolger von Juan Carlos I., der am heutigen Montag seine Abdankung bekannt gegeben hat.

Dem 46-jährigen Thronfolger Felipe kommt zugute, dass er in die Affären rund um die Königsfamilie nicht verwickelt ist und – anders als sein Vater Juan Carlos – nicht als extrovertiert gilt. Während sich vor allem die jüngeren Spanier zunehmend von der Monarchie abwenden, bekam Felipe in einer Umfrage Anfang des Jahres gute Noten. Und könnte deshalb das Image des Königshauses in Zukunft wieder verbessern.

In den vergangenen Jahren ging es der spanischen Wirtschaft zunehmend schlecht. Viele Menschen litten unter der Bankenkrise und der anhaltenden Rezession, die Arbeitslosigkeit nahm stetig zu. In diesem Klima der Verunsicherung und Existenzangst erschien der luxuriöse Lebensstil der königlichen Familie zunehmend befremdlich, dekadent und abgehoben. Skandale aus dem Königspalast stärkten den Monarchie-Verdruss ebenso wie die Korruptionsaffäre, wegen derer gegen Felipes Schwager Inaki Urdangarin ermittelt wird.

Der Thronfolger hingegen pflegt einen eher zurückhaltenden Lebensstil. Beobachter des Königshauses führen dies auf eine Mischung aus seinem Charakter und einem Bewusstsein für die Zeichen der Zeit zurück. In einer Rede im Krisenjahr 2012 sagte Felipe etwa: "Die gegenwärtige Wirtschaftskrise (...) verlangt, ernsthaft darüber nachzudenken, wie Werte wieder zur Geltung gebracht werden können, die in jüngster Zeit verloren gegangen sind." Als Beispiele nannte er Großzügigkeit, Integrität, Fleiß und Höchstleistung.

Felipe kommt freundlich rüber

Diese Tugenden hat Felipe selbst im Laufe der Jahre gelernt: Der jüngere Bruder der Prinzessinnen Elena und Cristina besuchte ein katholisches Gymnasium in Madrid, absolvierte eine Offiziersausbildung und studierte in Spanien und den USA Jura sowie Wirtschaftswissenschaften und Internationale Beziehungen.

Felipe galt in dieser Zeit als einer der begehrtesten Junggesellen. König Juan Carlos und Königin Sofia lehnten zwei seiner Freundinnen als unpassend für einen künftigen König ab. Gegen den Widerstand seiner Eltern hielt er an der Beziehung zur geschiedenen Fernsehjournalistin Letizia Ortiz fest und heiratete die Bürgerliche im Jahr 2004. Einige Beobachter des Königshauses sehen darin ein Schlüsselelement dafür, dass die Monarchie überlebte. Das Paar hat zwei Töchter, die auf dieselbe Schule gehen wie ihr Vater.

Die Medien honorieren das Auftreten und Verhalten des 46-Jährigen: "Felipe ist bodenständig, gut informiert, von guter Urteilskraft, aber auch offen für Anregungen", schreibt beispielsweise der Chefredakteur der Zeitung ABC, Bieito Rubido. In der Öffentlichkeit komme Felipe freundlich rüber, könne gut mit Menschen umgehen, mache sich aber nicht gemein mit dem Volk. Das sei in Spanien besonders wichtig.