Der Mehrheitsführer im US-Repräsentantenhaus, Eric Cantor, hat bei den republikanischen Vorwahlen für die Kongresswahl im November eine schwere Niederlage erlitten. Er verlor am Dienstag im Kreis Richmond im Staat Virginia deutlich gegen den bisher weitgehend unbekannten Kandidaten der ultrakonservativen Tea-Party-Bewegung, Dave Brat.

Cantor gestand die Niederlage ein. "Es ist zwar enttäuschend, aber ich glaube an dieses Land. Ich glaube, dass hinter der nächsten Ecke für uns alle eine Chance wartet", sagte er.  

Eric Cantor gilt als zweitmächtigster republikanischer Abgeordneter des Repräsentantenhauses und wurde bereits als möglicher Nachfolger für den Vorsitzenden John Boehner gehandelt. Seine Niederlage ist ein großer Erfolg für die Tea-Party-Bewegung, die Cantor vor einigen Jahren noch selbst unterstützt hatte. Dave Brat, ein Wirtschaftsprofessor, hatte seinen Konkurrenten zuletzt als Washingtoner Insider bezeichnet, der zu wenig konservativ sei.

Der Sender CNN sprach angesichts des Wahlausgangs von einem "politischen Erdbeben". Brats Erfolg aus dem Stand heraus dürfte der ideologisch rechts gerichteten Tea-Party-Bewegung neuen Auftrieb geben, sagte CNN-Expertin Dana Bash in einer ersten Analyse. Politikprofessor Larry Sabato von der University of Virginia sprach in der Zeitung Richmond Times-Dispatch von einer der größten Wahl-Überraschungen in der jüngeren US-Politik.

In den USA finden im November Kongresswahlen statt. Der Kongress setzt sich aus dem Senat und dem Repräsentantenhaus zusammen.