Während eines Angriffs Hunderter prorussischer Milizionäre auf ein Lager des ukrainischen Grenzschutzes in Luhansk sind laut der Behörde mindestens sieben der Separatisten ums Leben gekommen. In den frühen Morgenstunden hatten demnach etwa 100 Bewaffnete das Lager in der ostukrainischen Stadt an der russischen Grenze attackiert. Die Grenzschützer hätten die Angreifer beschossen. Deren Zahl sei im Lauf des Gefechts auf etwa 400 angewachsen. Die Grenzer forderten Unterstützung an, doch auch ein Kampfflugzeug konnte die Angreifer zunächst nicht zurückdrängen.


Der Schusswechsel war bis zum Montagmorgen noch nicht beendet, hieß es. Örtlichen Medien zufolge wurden bei den Kämpfen mehrere Häuser am Rand von Luhansk beschädigt. Zahlreiche Bewohner hätten die Stadt fluchtartig verlassen, hieß es. Luhansk hat etwa 430.000 Einwohner.

 
Auch aus der von Separatisten besetzten Stadt Slowjansk gab es Berichte über neue Gefechte. Die Regierungseinheiten würden Stellungen der Aktivisten mit Artillerie beschießen, sagte ein Militärsprecher. Die Aufständischen hätten dort einen Kontrollposten der Regierungstruppen attackiert und zudem mehrere Elektrizitätswerke vermint und mit der Sprengung gedroht, sollte die Regierung weiter vordringen.

Die Gewalt zwischen prorussischen Separatisten und ukrainischen Regierungskräften hatte seit vergangener Woche deutlich zugenommen. Denn kurz nach der Wahl des neuen ukrainischen Präsidenten Petro Poroschenko hatten Aufständische versucht, den Flughafen von Donezk zu besetzen. Das ukrainische Militär reagierte darauf mit Luftangriffen. Seither geht es strikt gegen die Separatisten vor.

Am Sonntag hatten Bewaffnete einen Gottesdienst der ukrainisch-orthodoxen Kirche auf der durch Russland annektierten Schwarzmeerhalbinsel Krim gestört. Sie griffen den Priester sowie mehrere Gläubige gewaltsam an. Die Angreifer in der Ortschaft Perewalne hätten Kosakenuniformen getragen und unter anderem eine schwangere Frau geschlagen, teilte das orthodoxe Patriarchat in Kiew mit. Erst nach drei Stunden trafen demnach Polizisten ein. Diese stellten sich jedoch auf die Seite der Angreifer. Dem Kiewer Patriarchat warfen sie "antirussische Aktivitäten auf der Krim" vor.