Bundespräsident Joachim Gauck wird zur Amtseinführung des neuen ukrainischen Präsidenten Petro Poroschenko nach Kiew reisen. Das Bundespräsidialamt bestätigte einen entsprechenden Bericht der Süddeutschen Zeitung. Gauck habe mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) abgesprochen, dass er am Samstag die Vertretung Deutschlands bei der Zeremonie übernehmen werde, sagte eine Sprecherin.

Dem Bericht zufolge soll die Anwesenheit des Bundespräsidenten ein besonderes Signal gegenüber der Ukraine und für den politischen Stabilisierungsprozess in dem osteuropäischen Land sein. Es gilt als eher unüblich, dass der Bundespräsident zur Amtseinführung anderer Staatsoberhäupter fährt; für Gauck ist es das erste Mal seit seinem Amtsantritt.

Der russische Präsident Wladimir Putin wurde nicht zur Amtseinführung eingeladen. Ein Sprecher des ukrainischen Außenministeriums sagte, Russland sei "auf der Ebene des Geschäftsträgers eingeladen" worden und werde in Kiew auch so vertreten sein. An Putin direkt ging demnach keine Einladung.

An der Zeremonie in Kiew wollen unter anderem auch US-Vizepräsident Joe Biden und der französische Außenminister Laurent Fabius teilnehmen.

Poroschenko hatte die Präsidentschaftswahl in der von politischen Unruhen und einem Konflikt mit Russland beherrschten Ukraine vor gut einer Woche deutlich in der ersten Runde gewonnen.