Der ukrainische Präsident Petro Poroschenko hat den Abschluss des letzten Teils des Assoziierungsabkommens mit der EU als wichtiges Ereignis gewürdigt: Dies sei "ein historischer Tag, der wichtigste seit der Unabhängigkeit" der Ukraine, sagte Poroschenko auf dem EU-Gipfel in Brüssel. Das Abkommen gebe seinem Land "eine vollkommen neue Perspektive".

Poroschenko unterzeichnete auf dem Gipfel den wirtschaftlichen Teil des Assoziierungsabkommens zwischen der EU und seinem Land. Der politische Teil ist schon seit dem vorläufigen Höhepunkt der Ukraine-Krise im März unterschrieben.

Die Ukraine hatte ein entsprechendes Abkommen bereits im vergangenen November schließen wollen. Der damalige Präsident Viktor Janukowitsch stoppte das Vorhaben aber auf Druck aus Russland und löste damit Unruhen im Land aus.

Die bis heute anhaltende politische Krise führte im März zur Annexion der ukrainischen Halbinsel Krim durch Russland. 

Neben der Ukraine haben auch die ehemaligen Sowjetrepubliken Georgien und Moldau Assoziierungsabkommen mit der EU geschlossen. Die Vereinbarungen stärken die wirtschaftlichen und politischen Beziehungen zu den 28 EU-Ländern. Sie sehen unter anderem eine Zusammenarbeit in Bereichen wie Handel und Energie vor, verstärken die Kooperation in der Außenpolitik und sollen eine unabhängige Justiz sowie den Kampf gegen Korruption fördern. 

Ukraine erbittet Mitgliedschaft in der EU

Poroschenko erbat von der EU die Zusage einer späteren Mitgliedschaft, sofern sein Land alle Voraussetzungen dafür erfülle. Er gab eine "einseitige Erklärung" ab: "Durch die Unterschrift unter das Abkommen mit der EU unterstreicht die Ukraine als europäischer Staat, der die gemeinsamen Werte von Demokratie und Rechtsstaatlichkeit teilt, seine souveräne Entscheidung für eine künftige Mitgliedschaft in der EU." Die EU sei "mehr als ein exklusiver Club reicher Staaten".

Ähnlich äußerten sich Georgien und Moldau: Georgiens Regierungschef Irakli Garibaschwili bezeichnete das Abkommen seines Landes mit der EU als "Blaupause für die europäische Integration Georgiens". Sein Land wolle "ein volles Mitglied der europäischen Familie werden". Sein moldauischer Kollege Iurie Leanca sagte: "Wir wollen zur europäischen Familie gehören. Wir wissen, wie anspruchsvoll dieser Weg sein wird. Aber zweifeln Sie nicht an unserer Entschlossenheit."

Die EU hat den drei Staaten bisher keine spätere Mitgliedschaft versprochen. "Diese Abkommen bedeuten nicht den Endpunkt der Zusammenarbeit der EU mit ihren Partnern. Das ist nicht das Ende des Weges, sondern der Beginn einer Reise, auf die sich die EU und die drei Partner gemeinsam begeben", sagte  EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso.

EU-Erweiterungskommissar Stefan Füle sagte, der Beitrittswunsch der Ukraine sei legitim. "Es ist wichtig, dass Präsident Poroschenko diese einseitige Erklärung abgegeben hat."