Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen hat den Vereinten Nationen eine stärkere Beteiligung der Bundeswehr an Friedensmissionen in Aussicht gestellt. Nach einem Gespräch mit dem stellvertretenden UN-Generalsekretär Jan Eliasson in New York sagte die CDU-Politikerin, ein deutscher Beitrag sei bei technologischen Fähigkeiten und der Leitung von Missionen gefragt. Das Verteidigungsministerium werde darüber nachdenken, wie die Bundeswehr sich verstärkt einbringen könne.

Über konkrete Missionen sei in New York noch nicht gesprochen worden, sagte Von der Leyen im ARD-Morgenmagazin. Was Deutschland anbieten könne, seien besonders Fähigkeiten für den Lufttransport. Die UN bitte aber auch darum, dass deutsches Führungspersonal "in die Stäbe kommt" und "dass Deutschland eines Tages auch eine militärische Friedensmission der Vereinten Nationen führt".

Die Bundeswehr ist derzeit mit etwa 250 Soldaten an sechs UN-Missionen beteiligt – darunter sind der Unifil-Einsatz vor der Küste des Libanon und die Stabilisierungsmission in Mali (Minusma). Insgesamt sind etwa 4.600 Bundeswehrsoldaten in Einsätzen der Nato, EU und UN im Ausland stationiert.

Ministerin schließt Einsatz im Irak aus

Ein Engagement in der Irak-Krise schloss Von der Leyen aus: "Da sehe ich keinerlei Szenario." In der angespannten Lage sei nun vor allem die irakische Regierung selbst gefragt, die die Sunniten lange ausgegrenzt habe. Auch die Türkei, die Arabische Liga, der Iran und die USA müssten gemeinsam eine Lösung finden.

Die Ministerin war am Montag zu ihrem viertägigen Antrittsbesuch in den USA eingetroffen. Am Mittwoch fliegt sie von New York nach Washington, wo sie sich mit Kongressabgeordneten und am Donnerstag auch mit ihrem US-Kollegen Chuck Hagel trifft. In der Hauptstadt hält sie außerdem eine Rede vor der Denkfabrik Atlantic Council.

Themen der politischen Gespräche dürften vor allem die Krise in der Ukraine und die Vorbereitung des Nato-Gipfels Anfang September in Großbritannien sein. Auch das künftige militärische Engagement in Afghanistan nach dem Abschluss des Nato-Kampfeinsatzes Ende des Jahres wird wohl zur Sprache kommen.

US-Präsident Barack Obama hatte Ende Mai gesagt, dass ab 2015 zunächst 9.800 US-Soldaten für eine Ausbildungsmission in Afghanistan verbleiben sollen. Bis Ende 2016 wollen sich die Vereinigten Staaten dann vollständig zurückziehen. Deutschland hat eine weitere Beteiligung mit 600 bis 800 Soldaten in Aussicht gestellt.