Der US-Soldat Bowe Bergdahl ist während seiner fünfjährigen Gefangenschaft angeblich von den Taliban misshandelt worden. Er leide an einem seelischen Trauma, berichtete CNN unter Berufung auf einen ranghohen US-Regierungsvertreter, der anonym bleiben wollte. Der US-Soldat habe während seiner Gefangenschaft versucht zu fliehen. Seine Bewacher hätten ihn aber gefasst. Als Bestrafung hätten sie ihn in ein sehr enges Behältnis gesteckt, das Bergdahl mal als Käfig, mal als Kiste beschrieben habe.   

Bergdahl war vor einer Woche im Austausch für fünf Terrorverdächtige aus dem Gefangenenlager Guantánamo Bay freigekommen. Seitdem wird er im rheinland-pfälzischen Landstuhl Regional Medical Centre, dem größten US-Krankenhaus außerhalb der USA, medizinisch und psychologisch behandelt.

Der Gefangenenaustausch hatte in den USA eine Kontroverse ausgelöst – auch weil einige Militärs Bergdahl vorwerfen, er sei ein Deserteur. Bei einer internen Untersuchung im Jahr 2009 war herausgekommen, dass er seinen Posten unerlaubt verlassen habe.    

Als Fahnenflucht sei der Fall aber nicht eingestuft worden, da die Motive des Soldaten nicht bekannt gewesen seien. Die US-Regierung hat angekündigt, die Vorwürfe prüfen zu wollen.

Gefangenenaustausch wird scharf kritisiert

Präsident Barack Obama war zudem kritisiert worden, den Austausch ohne Rücksprache mit dem Kongress veranlasst zu haben. US-Verteidigungsminister Chuck Hagel hatte die Aktion kürzlich verteidigt: Es habe Gefahr für Leib und Leben des Soldaten bestanden. Diese Argumentation werde durch die neuesten Informationen über den Zustand Bergdahls gestützt, schrieb CNN.

Am Freitag hatte das Militärkrankenhaus in Landstuhl mitgeteilt, es gehe dem Soldaten von Tag zu Tag besser. Sein Zustand sei stabil, es gebe Anzeichen der Besserung. Der 28-Jährige sei aber noch nicht bereit für eine Rückkehr in die USA.