Die Organisation Amerikanischer Staaten will die Umschuldung von Argentinien unterstützen. Die Außenminister sagten auf einer Sondersitzung des Verbands in Washington, es sei von zentraler Bedeutung für die Stabilität der internationalen Finanzen, dass die Verpflichtungen der staatlichen Umschuldungen wie vereinbart umgesetzt werden könnten.

Ein Urteil eines New Yorker Richters verbietet Argentinien, die nach US-Recht vereinbarten Verpflichtungen seiner Umschuldungen der Staatspleite von 2001 zu bedienen, bis nicht 1,5 Milliarden Dollar (1,1 Milliarden Euro) beglichen werden, die Hedgefonds für nicht umgeschuldete Anleihen verlangen.

Nur die USA erklärten, sie könnten nicht für die Erklärung der Organisation stimmen, weil das Thema in Händen der US-Justiz liege. Kanada enthielt sich der Stimme.

Argentiniens Wirtschaftsminister Axel Kicillof hatte auf der Sitzung die Staatenorganisation aufgefordert, in den Streit mit den Hedgefonds einzugreifen. Das US-Urteil gefährde die gesamte internationale Finanzierung, sagte er. Argentinien wolle alle Gläubiger bezahlen, brauche aber dafür "gerechte, ausgewogene und legale" Bedingungen, sagte Kicillof.

Internationale Regeln fehlen

Der Generalsekretär der Staatenorganisation, José Miguel Insulza, sagte, Großbanken seien in Krisensituationen unter dem Motto "too big to fail" ("zu groß, um zu scheitern") gerettet worden. Eine Staatspleite mit ihren sozialen Folgen werde jedoch nie für "too big" erklärt, sagte der ehemalige Außenminister Chiles. Argentinien müsse geholfen werden. 

Insulza bedauerte das Fehlen von internationalen Regelungen, die eine Stabilität der Umschuldungsprozesse sichern könnten.

Vertreter Argentiniens sollen nun in New York mit dem vom Richter eingesetzten Vermittler zu Verhandlungen zusammenkommen. Argentinien hat bis zum 30. Juli Zeit, um mit den Gläubigern zu einer Vereinbarung zu kommen. Andernfalls droht dem Land eine Staatspleite.