Britische Unternehmen waren nach Aussagen der Regierung zumindest mittelbar an der Produktion von Chemiewaffen in Syrien beteiligt. Wie Außenminister William Hague dem Parlament in London in einer schriftlichen Erklärung mitteilte, haben die Unternehmen in den achtziger Jahren wahrscheinlich Chemikalien in das Land geliefert, mit denen dann C-Waffen hergestellt wurden.  

Es habe sich um mehrere Hundert Tonnen verschiedener Substanzen gehandelt, die vor Verhängung eines Exportverbots Mitte der achtziger Jahre nach Syrien gegangen sind. Hague erklärte, die Chemikalien seien für legale Zwecke bestellt worden. Allerdings habe man aus den Substanzen auch die Kampfstoffe Sarin und VX herstellen können.

Syrien war im vergangenen Jahr der Konvention zur Ächtung von Chemiewaffen beigetreten und hatte sich bereit erklärt, sein C-Waffen-Arsenal zu zerstören. Dabei hilft Großbritannien. Anfang Juli wurde die letzte Phase der Zerstörung eingeläutet: Mehrere Hundert Tonnen Senfgas und Vorläuferprodukte des Nervengases Sarin wurden nach Angaben des US-Verteidigungsministerium in internationale Gewässer transportiert. Dort sollen sie unschädlich gemacht werden. Bis zum Abschluss des Verfahrens werde es voraussichtlich noch einige Wochen dauern, erklärte das Pentagon.