Die ukrainische Luftwaffe hat nach Angaben des Verteidigungsministeriums in Kiew Stellungen der Separatisten in Donezk unter Feuer genommen. Bei zwei der fünf gezielten Luftschläge seien bis zu 40 Separatisten getötet worden. Für die übrigen Angriffe nannte das Ministerium keine Opferzahlen.

Die Stadtverwaltung von Donezk teilte mit, dass bei Gefechten am Samstag in zwei Stadtteilen zwölf Menschen getötet und mehrere verletzt worden seien. Für den Ortsteil Marjinka wurde die Zahl mit sechs getöteten Zivilisten angegeben; die Separatisten hatten zuvor von 30 Toten gesprochen.

Die russische Nachrichtenagentur Interfax meldet unter Berufung auf Sicherheitskräfte, dass beim Beschuss russischen Staatsgebiets von ukrainischer Seite zum ersten Mal ein Mensch getötet und zwei weitere verletzt worden seien. Das schwere Geschoss schlug demnach in einem Haus im Gebiet Rostow ein, das in der Nähe der Kampfzone liegt. Eine offizielle Bestätigung gibt es dafür nicht. Russland hat mit Gegenwehr gedroht, sollte sein Territorium beschossen werden.

Provokationen und Proteste

Das russische Außenministerium machte die ukrainische Armee für den Beschuss eines Wagens mit russischen Grenzsoldaten in der Nähe der ukrainischen Grenze verantwortlich. Sollten sich derartige "Provokationen" wiederholen, werde Russland alle notwendigen Maßnahmen zum Schutz seines Staatsgebietes und der Sicherheit seiner Bürger ergreifen, warnte das Ministerium.

Das ukrainische Außenministerium wiederum protestierte gegen einen nach seiner Überzeugung russischen Angriff auf den ukrainischen Grenzposten Maryniwka. Ein ukrainischer Sprecher äußerte den Verdacht, russische Truppen könnten versuchen, einen Korridor für Nachschub in der Grenzregion einzurichten.

Der ukrainische Präsident Petro Poroschenko sagte eine spontan anberaumte Reise zum WM-Finale nach Rio de Janeiro ab. Die Lage in der Ukraine erlaube es Poroschenko nicht, das Spiel zu besuchen, teilte die Regierung in Kiew mit. Zuvor hatten brasilianische Regierungsvertreter gesagt, Bundeskanzlerin Angela Merkel habe Poroschenko überzeugt, zu dem Finale zu kommen, das auch der russische Präsident Wladimir Putin besuchen wird. Dort hätten Putin und Poroschenko eventuell informell über die Krise in der Ostukraine sprechen können.