Kurz nach ihrer offiziellen Verkündung ist die Waffenruhe im nördlichen Gazastreifen schon wieder gebrochen worden. Die israelische Armee habe "auf Beschuss der Hamas" reagiert und "zurückgeschossen", teilte ein Militärsprecher mit.

Die Waffenruhe war auf Drängen des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz zustande gekommen. Damit sollte die Bergung von Opfern im östlichen Gaza-Vorort Schedschaia ermöglicht werden.

Zuvor hatten israelische Panzer Schedschaia unter Dauerbeschuss genommen. Es waren die schwersten Angriffe seit Beginn des Krieges. Nach palästinensischen Angaben starben mindestens 60 Menschen, 400 wurden verletzt. Rettungsdienste zählten unter den Opfern 14 Frauen und 17 Kinder. Auch ein palästinensischer Sanitäter und ein Journalist starben. Tausende Menschen flohen aus dem Viertel Richtung Zentrum von Gaza-Stadt. In den Krankenhäusern soll großes Chaos herrschen, berichten Augenzeugen.

Seit Beginn der Luftangriffe seien mehr als 350 Menschen in Gaza gestorben, melden die palästinensischen Rettungskräfte.

In der Nacht hatte die Hamas ihren Raketenbeschuss auf Israel fortgesetzt. In mehreren Orten unweit vom Gazastreifen warnten Sirenen die Bewohner. Der Raketenbeschuss sei aber etwas schwächer geworden, sagte ein israelischer Militärsprecher. Die radikal-islamische Hamas verfüge jedoch weiterhin über etwa 5.000 Raketen verschiedener Reichweite.