Die Kämpfe im Gazastreifen gehen trotz diplomatischer Bemühungen um eine Waffenruhe weiter. Vor allem um die Tunnel der Hamas gebe es starke Gefechte, sagte ein Sprecher der israelischen Armee. Dabei seien in der Nacht zu Mittwoch 30 militante Palästinenser getötet worden. Die israelische Armee bombardierte zudem das einzige Kraftwerk Gazas. Die Hamas teilte mit, dass sie mehrere israelische Soldaten getötet hätte, die in Gaza patrouilliert hätten.

"Bei den Tunneln treffen wir auf Widerstand, die Hamas versucht ständig, uns dort anzugreifen", sagte Armeesprecher Peter Lerner. Die israelische Armee will mit ihrer Bodenoffensive das verzweigte Tunnelsystem und die Raketenabschussbasen zerstören, von denen aus die Hamas israelische Städte beschießt.

Die UN-Menschenrechtskommissarin Navi Pillay teilte mit, dass sie Anzeichen für Kriegsverbrechen durch die israelische Armee sehe. Dass Kinder getötet und palästinensische Häuser zerstört würden, mache es sehr wahrscheinlich, dass Völkerrecht verletzt werde, sagte Pillay. Sie verurteilte zudem, dass die Hamas wahllos Raketen und Mörsergranaten auf israelische Siedlungen abfeure.

US-Außenminister Kerry für Vermittlungsmission in Tel Aviv gelandet

Für eine neue Vermittlungsmission reiste John Kerry in die Konfliktregion. Der US-Außenminister landete auf dem Ben-Gurion-Flughafen von Tel Aviv. In Jerusalem will er zunächst UN-Generalsekretär Ban Ki Moon treffen, bevor er mit dem israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu sowie Palästinenserpräsident Mahmud Abbas zusammenkommt.

Zuvor hatten 20 führende Mediziner und Naturwissenschaftler aus Großbritannien und Italien in einem Brief Israel aufgefordert, die Angriffe auf Ziele im Gazastreifen zu beenden. "Wir sind erschüttert von dem militärischen Sturm auf Zivilisten in Gaza unter dem Vorwand, Terroristen zu bestrafen", schreiben die Wissenschaftler in dem Text, der im Fachmagazin The Lancet erschien.

"Dies ist die dritte großangelegte Militärattacke auf Gaza seit 2008", heißt es in dem Brief weiter. "Jedes Mal gibt es die meisten Toten unter unschuldigen Menschen in Gaza, besonders Frauen und Kinder." Es sei nicht zu akzeptieren, dass Israel politisch Parteien auslöschen wolle, weil sie sich der von Israel auferlegten Besatzung und Blockade widersetzten.

Seit der Konflikt vor mehr als zwei Wochen begann, sind mindestens 644 Palästinenser und 31 Israelis getötet worden.