Seit Beginn des bewaffneten Konflikts zwischen der israelischen Armee und der radikalislamischen Hamas im Gazastreifen sind mehr als 300 Palästinenser getötet worden. Allein in der Nacht seien elf Menschen gestorben, meldeten Rettungskräfte.   

Sieben von ihnen seien ums Leben gekommen, als ein Geschoss eine Gruppe von Menschen vor einer Moschee in der Stadt Chan Junis im Süden des Gazastreifens getroffen hatte. Bei späteren Luftangriffen in derselben Stadt seien zwei weitere Männer gestorben. Jeweils ein Todesopfer habe es im nördlich Beit Hanun und in Deir al-Baha im Zentrum des Gazastreifens gegeben.  

Israel steht zunehmend in der Kritik wegen der zahlreichen zivilen Opfer des Einsatzes, der sich gegen Stellungen der Hamas im Gazastreifen richten soll. Diese feuerte seit dem Beginn der neuen Eskalation am 8. Juli mehr als 1.500 Raketen auf Israel ab, von denen gut 300 durch die Luftabwehr abgefangen wurden.   

Zweite Nacht der Bodenoffensive

Das israelische Militär teilte mit, dass in der zweiten Nacht der Bodenoffensive drei Soldaten verwundet worden seien, einer davon schwer. Israel war nach zehn Tagen mit Luftangriffen am späten Donnerstagabend mit mehreren Tausend Soldaten und Panzern in den Gazastreifen einmarschiert.

Regierungschef Benjamin Netanjahu begründete dies damit, dass die geheimen Tunnel der Hamas nicht allein durch Bombardierungen zerstört werden könnten. Am Freitag drohte er damit, die Bodenoffensive "erheblich auszuweiten".

Ban reist nach Nahost

UN-Generalsekretär Ban Ki Moon schaltet sich in die Bemühungen um ein Ende des Konflikts ein. Dafür reist er am Samstag nach Nahost. Wer will sich dort mit Vertretern Israels und der Palästinenser treffen.

Palästinenserpräsident Mahmud Abbas ist derzeit in der Türkei. Dort unterstützt er eine ägyptische Initiative für ein Ende des Konflikts. Der türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdoğan kritisierte jedoch die ägyptische Seite und bezeichnete Präsident Abdel Fattah al-Sisi als "illegitimen Tyrannen", der Hilfslieferungen in den Gazastreifen verhindere.

In dem Konflikt positionierte sich die Türkei in den vergangenen Tagen auf der Seite der Palästinenser im Gazastreifen. Israels Außenminister Avigdor Lieberman kritisierte, die türkische Regierung unternehme nichts gegen gewaltsame Proteste gegen israelische Staatsbürger im Land. Demonstranten hatten in der Nacht zum Freitag israelische Einrichtungen in der Türkei angegriffen. Israel wies daraufhin eigene Diplomaten an, das Land zu verlassen.