Die israelischen Streitkräfte haben ihre Angriffe im Gazastreifen fortgesetzt. Augenzeugen zufolge fiel der Strom aus, nachdem das wichtigste Kraftwerk des Küstengebiets getroffen wurde. Menschen gerieten in Panik. Trotz internationaler Vermittlungsbemühungen stieg die Zahl der Toten weiter.

Wie der Leiter der Rettungskräfte im Gazastreifen sagte, erhöhte sich die Zahl der Opfer in dem Gebiet auf 707, mehr als 4.500 Menschen seien verletzt worden. Das Gesundheitsministerium meldete 718 Tote. Auf israelischer Seite wurden bislang mindestens 32 Soldaten und zwei Zivilisten getötet.  

Zu einer möglichen Waffenruhe gab es am Mittwochabend widersprüchliche Signale. Hamas-Exilchef Chaled Maschaal machte die Zustimmung seiner Organisation zu einer Vereinbarung mit Israel erneut von einem Ende der Blockade des Gazastreifens abhängig: "Wir sind bereit, unser Leben zu opfern, um die Belagerung (von Gaza) zu beenden", sagte er. Zuvor hatten palästinensische Offizielle angekündigt, eine Waffenruhe sei "binnen Stunden" möglich.

Der israelische Regierungssprecher Mark Regev dementierte wenig später jedoch, dass eine Feuerpause unmittelbar bevorstehe. Ein Mitglied des israelischen Sicherheitskabinetts sagte dem Fernsehsender Aruz 10, die Vereinbarung einer Waffenruhe werde bis zu diesem Samstag erwartet. US-Außenminister John Kerry hatte zuvor von "gewissen Fortschritten" in den Vermittlungsbemühungen gesprochen.

Ziel der israelischen Offensive ist es, die Infrastruktur der Hamas wie Raketenabschussrampen und vor allem unterirdische Tunnel  zu zerstören. Durch Tunnel dringen Hamas-Kommandos nach Israel vor, um Anschläge zu verüben. Immer wieder schlagen Raketen aus dem Gazastreifen in Israel ein.

Wie die Streitkräfte in der Nacht mitteilten, wurden am Mittwoch mehr als 95 Geschosse auf Israel abgefeuert. Das Militär gab an, an dem Tag mehr als 100 Ziele im Gazastreifen angegriffen zu haben.