Die Wahl einer neuen irakischen Führung ist im Parlament in Bagdad zum zweiten Mal gescheitert. Alterspräsident Mahdi al-Hafis vertagte wegen andauernder Streitigkeiten unter den Abgeordneten die Sitzung auf Dienstag. Damit bleibt es zunächst bei dem Machtvakuum, das den Vormarsch der Terrormiliz Islamischer Staat begünstigt.

Zuvor hatte ein Block sunnitischer Abgeordneter seine Absicht geäußert, den Politiker Salim Al-Dschuburi als Parlamentspräsidenten vorzuschlagen. Dies weckte Hoffnungen auf eine erfolgreiche Wahlsitzung. Al-Dschuburi habe versprochen, eine dritte Amtszeit für Ministerpräsident Nuri al-Maliki nicht zu unterstützen, sagte der Abgeordnete Al-Karbooli.

Al-Maliki steht seit den großen Gebietsverlusten an die sunnitische Terrorgruppe Islamischer Staat (vormals Isis) in den vergangenen Wochen wegen seines Führungsstils in der Kritik. Obwohl er keine eigene Mehrheit im Parlament hat, strebt al-Maliki eine dritte Amtszeit als Regierungschef an, während Sunniten und Kurden seinen Rücktritt fordern.

Im Irak muss der Parlamentspräsident Sunnit, der Ministerpräsident Schiit und der Präsident Kurde sein. Dem Gesetz nach müssen die Abgeordneten zuerst den Parlamentspräsidenten bestimmen. Erst danach können sie den Präsidenten und später den Ministerpräsidenten wählen.

Truppen töten Kommandeur der Terrormiliz

Ein Cousin von Abu Bakr al-Bagdadi, dem Anführer der Terrormiliz Islamischer Staat (IS), ist bei Kämpfen im Irak getötet worden. Wie das Nachrichtenportal Sumaria News berichtet, kam der IS-Kommandeur bei Gefechten mit Regierungstruppen in der Provinz Dijala, 75 Kilometer nördlich von Bagdad, ums Leben. Unter Berufung auf Sicherheitskreise hieß es, dass die Armee zuvor Geheimdienstinformationen über den Aufenthaltsort des Mannes erhalten hatte.

Der frühere Stellvertreter des ehemaligen irakischen Präsidenten Saddam Hussein, Issat Ibrahim al-Duri, unterstützte in einer Audiobotschaft die dschihadistische Offensive im Land. In einer Aufnahme, die dem 72-Jährigen zugeschrieben wurde, lobt eine verzerrte Stimme "die Helden und Ritter von Al-Kaida und dem Islamischen Staat". Die Echtheit der Botschaft konnte zunächst nicht zweifelsfrei nachgewiesen werden.