Eine Einigung um das iranische Atomwaffenprogramm wird es vorerst nicht geben. Am 20. Juli endet zwar die sechsmonatige Verhandlungsfrist, allerdings seien die immer noch bestehenden Differenzen bis dahin nicht aus der Welt zu schaffen, heißt es aus Diplomatenkreisen in Wien. Die UN-Vetomächte sowie Deutschland und der Iran einigten sich darauf, die Gespräche fortzuführen. Die Verhandlungsparteien haben nun längstens bis Ende November Zeit, sich zu einigen.

Bei den Gesprächen in Wien geht es darum, dass der Iran Beschränkungen seines Atomprogramms akzeptiert. Die internationale Gemeinschaft will sicher sein, dass das Land keine Atombombe baut. Die Islamische Republik wiederum erhofft sich ein Ende der Wirtschaftssanktionen.  

Zu den noch ungelösten Hauptproblemen zählt die Urananreicherung. Der Iran will möglichst viele und moderne Zentrifugen – momentan sind rund 10.000 im Einsatz und 19.000 installiert – behalten, um den geplanten Ausbau seines Atomprogramms mit eigenem Brennmaterial vorantreiben zu können. Die 5+1-Gruppe – bestehend aus den USA, Russland, China, Frankreich, Großbritannien und Deutschland – will aus Sorge vor einer militärischen Zweckentfremdung des Brennmaterials die Zahl und Güte der Zentrifugen möglichst minimieren.

Außerdem ist umstritten, wie die für den Iran so wichtige Lockerung oder gar Aufhebung der Sanktionen ablaufen soll. Die US-Delegation hat mehrfach darauf hingewiesen, dass von den zahlreichen Sanktionen nur ein Teil mit der Atomfrage zusammenhängt. Andere Gründe seien die Verletzung der Menschenrechte im Iran oder dessen Unterstützung des internationalen Terrorismus.