Die Bundesregierung hat an Israelis und Palästinenser appelliert, bei den Kämpfen im Gazastreifen Zivilisten zu verschonen. Es seien bereits viel zu viele Unschuldige ums Leben gekommen, sagte der Sprecher des Auswärtigen Amtes, Martin Schäfer, im Namen von Außenminister Frank-Walter Steinmeier. "Uns geht es darum, dass von beiden Seiten alles unternommen wird, Opfer unter Zivilisten zu vermeiden." Die Kämpfe müssten möglichst schnell beendet werden.

Israel habe jedes Recht, seine Bevölkerung gegen Raketenbeschuss aus dem Gazastreifen zu verteidigen, wiederholte Schäfer die Position der Bundesregierung. Aber: "Gleichzeitig muss alles dafür getan werden, weitere Opfer unter Zivilisten zu vermeiden." Das gelte genauso für die Palästinenser. Die Hamas und andere radikalislamische Gruppierungen machten ihre eigenen Bürger zur Geisel, indem sie dort Raketenabwehranlagen aufstellten, wo Zivilisten ihrem Alltag nachgingen. "Das ist inakzeptabel, weil man damit die eigene Bevölkerung zu menschlichen Schutzschilden macht."

Seit Beginn der israelischen Offensive gegen die Hamas im Gazastreifen vor zwei Wochen sind mehr als 500 Menschen gestorben. Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu sagte, es könnten noch schwere Tage bevorstehen und kündigte eine Ausweitung der Offensive an.

Krankenhaus im Gazastreifen getroffen

Israelische Panzergranaten haben nach palästinensischen Angaben am heutigen Montag ein Krankenhaus im Gazastreifen getroffen. Mindestens vier Menschen seien dabei getötet und 60 weitere verletzt worden, darunter 30 Angestellte, sagte ein Sprecher des Gesundheitsministeriums in Gaza, Aschraf al-Kidra. Das israelische Militär kündigte an, die Angaben zu überprüfen.

Auch ein Arzt der Al-Aksa-Klinik in der Stadt Dair al-Balah bestätigte, dass das Krankenhaus getroffen worden sei. Die Granaten seien im dritten und vierten Stock des Gebäudes und im Empfangsbereich eingeschlagen, sagte Fajes Sidane dem Sender Al-Aksa. Dieser zeigte Livebilder, auf denen Verwundete zu sehen waren, die auf Tragen in die Notfallabteilung gebracht wurden. Sidane rief das Rote Kreuz und andere Krankenhäuser in der Gegend auf, Hilfe zu schicken.

UN beraten über Resolution

Der UN-Sicherheitsrat forderte eine Feuerpause und den Schutz von Zivilisten. "Wir sind sehr besorgt um die Zivilisten im Kampfgebiet", hieß es in New York. Noch in der Nacht will der Sicherheitsrat über eine Resolution beraten, die von Jordanien eingebracht wurde und in der eine sofortige Feuerpause verlangt wird.

US-Außenminister John Kerry wird wegen der eskalierenden Lage zu neuen Vermittlungsbemühungen in Kairo erwartet. Bei den Kämpfen im Gazastreifen wurden auch zwei US-Bürger in Diensten der israelischen Armee getötet, teilte das Militär mit. Die beiden jungen Männer im Alter von 24 und 21 Jahren gehören zu den insgesamt 13 gefallenen Soldaten vom Sonntag.