Israels Armee hat für eine mögliche Bodenoffensive im Gazastreifen drei Infanteriebrigaden an die Grenze zu dem Palästinensergebiet verlegt. Ein oder zwei weitere Brigaden sollten in den kommenden Tagen zur Verstärkung nachrücken, sagte ein Militärsprecher. Insgesamt habe Israel bereits 33.000 israelische Reservisten mobilisiert.

Die Luftwaffe habe binnen drei Tagen 1.100 Ziele im Gazastreifen beschossen, die Hälfte davon Raketenabschussrampen. In dem Zeitraum hätten militante Palästinenser 550 Raketen auf Israel abgefeuert, von denen rund 400 eingeschlagen seien. Die Raketenabwehr habe etwa 120 weitere Geschosse in der Luft abgefangen, sagte Lerner. 

Drei aus dem Gazastreifen abgefeuerte Raketen fing das Militär über Tel Aviv ab. Die radikalislamische Hamas bekannte sich zu der Attacke und teilte mit, vier Raketen vom Typ M75 auf den Flughafen Ben Gurion am Stadtrand Tel Aviv abgefeuert zu haben. Der Flugverkehr wurde vorübergehend gestoppt.

Am Morgen schlug auch ein Geschoss aus dem Libanon in Israel ein. Es sei auf offenem Feld im Norden Israels eingeschlagen, ohne Schäden anzurichten, sagte ein Militärsprecher. 

Im Konflikt zwischen Israel und der islamistischen Hamas hatte sich US-Präsident Barack Obama Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu als Vermittler angeboten. Die USA seien bereit, ein "Ende der Feindseligkeiten" herbeizuführen, sagte Obama in einem Telefonat mit Netanjahu laut einer Mitteilung des Weißen Hauses. Unter anderem sei dies möglich durch eine Rückkehr zu der im November 2012 vereinbarten Waffenruhe. Obamas Angebot ist insofern ungewöhnlich, da die USA die Hamas als Terrororganisation betrachten, mit der sie nicht verhandeln.