Der niederländische Polizeichef hat angedeutet, dass womöglich niemals alle Überreste und Habseligkeiten der Opfer des Flugzeugabsturzes in der Ostukraine geborgen werden können. Es gebe keine Garantie für die erfolgreiche Bergung, sagte Gerard Bouman während einer Anhörung im niederländischen Parlament. Auch könne er nicht sagen, wie viele Leichen bisher gefunden worden seien. Die einzelnen Leichenteile in den Säcken ließen einen entsprechenden Schluss nicht zu.

Das niederländische Justizministerium hat zudem bestritten, dass niederländischen Vertretern ein Eisenbahnwagon mit persönlichen Gegenständen übergeben worden sei. Dies hatten die Separatisten am Sonntag mitgeteilt.

Erneut hinderten anhaltende Kämpfe zwischen der ukrainischen Armee und den Separatisten niederländische und australische Polizisten daran, zur Absturzstelle der Boeing 777 vorzudringen. Ukrainische Truppen hatten mehrere Städte gestürmt mit dem Ziel, Separatisten von der Absturzstelle zu vertreiben.

Zugleich haben die Niederlande und die Ukraine eine internationale Mission zur Sicherung der Absturzstelle von Flug MH17 vereinbart. Der kommissarische ukrainische Regierungschef Wladimir Groisman und der niederländische Außenminister Frans Timmermans unterzeichneten das Abkommen. An der Mission sollen Experten und Polizisten aus den Niederlanden und weiteren Ländern teilnehmen, die bei dem Absturz Opfer zu beklagen hatten. Das ukrainische Parlament soll die Vereinbarung auf einer Sondersitzung am Donnerstag ratifizieren.

Das Flugzeug der Malaysia Airlines war am 17. Juli auf dem Weg von Amsterdam nach Kuala Lumpur mit 298 Menschen an Bord etwa 60 Kilometer östlich von Donezk abgestürzt. Unter den Opfern waren allein 193 Niederländer. Die ukrainische Regierung und die Separatisten beschuldigen sich gegenseitig, das Flugzeug abgeschossen zu haben.