Eine erstmals bei einer Parlamentswahl in Slowenien angetretene Partei hat ersten Ergebnissen zufolge die meisten Stimmen erhalten. Nach Auszählung von 95 Prozent der Stimmen kommt die Partei des Juristen Miro Cerar auf 34,7 Prozent. Sie ließ die konservative Demokratische Partei des früheren Ministerpräsidenten Janez Janša weit hinter sich, die mit 20,6 Prozent auf den zweiten Platz kam.

Der 50-jährige Cerar hat seine Partei Stranka Mira Cerarja (SMC) erst im Juni gegründet. Bis dahin war er als Sohn des zweifachen Medaillengewinners bei Olympischen Spielen im Turnen, Miroslav Cerar, bekannt. "Das Ergebnis ist gut", sagte er. Es zeige, dass sich die Wähler für eine politische Kultur entschieden hätten, die nicht spalten wolle.

Die Rentnerpartei kam nach Angaben der Wahlkommission auf zehn Prozent, eine weitere neue Partei, die Vereinigte Linke, auf sechs Prozent. Die Sozialdemokraten erhielten ebenfalls sechs Prozent, die Partei der im Mai zurückgetretenen scheidenden Ministerpräsidentin Alenka Bratušek, Positives Slowenien, kam auf 4,45 Prozent.

Nach diesen Zahlen würde Cerar wahrscheinlich nächster Ministerpräsident, müsste zur Bildung einer Regierung aber eine Koalition mit anderen Parteien bilden. Es war die zweite Wahl in Slowenien binnen drei Jahren. 1,7 Millionen Bürger waren zur Stimmabgabe aufgerufen.

Cerar hat eine Koalition mit Jansas von der konservativen Demokratischen Partei ausgeschlossen. Der ehemalige Ministerpräsident verbüßt wegen einer Verurteilung im Zusammenhang mit Bestechung in einem Rüstungsgeschäft eine zweijährige Haftstrafe. Er beschwerte sich über Twitter darüber, dass es ihm nicht erlaubt worden sei, das Gefängnis zur Stimmabgabe zu verlassen.