Sechs palästinensische Häftlinge, die vor drei Jahren im Tausch gegen den israelischen Soldaten Gilad Schalit freigekommen waren, müssen ihre lebenslange Haftstrafe jetzt doch absitzen. Dem israelischen Rundfunk zufolge habe dies eine Bewährungskommission der israelischen Gefängnisbehörde entschieden.  

Die wieder inhaftierten Palästinenser hätten gegen Auflagen für ihre Freilassung verstoßen, hieß es. Genauere Angaben, um welche Verstöße es sich handelte, gab es nicht.

Die Entscheidung dürfte eine Waffenruhe mit der im Gazastreifen herrschenden Hamas im aktuellen Konflikt erschweren. Israel wirft der Hamas vor, hinter dem Mord an den drei Jugendlichen zu stehen. Die Organisation hat dies aber dementiert.

Die radikal-islamische Organisation fordert als eine der Bedingungen für eine Feuerpause die Freilassung von rund 50 Palästinensern, die Israel nach der Entführung der drei Jugendlichen im Westjordanland wieder festgenommen hatte. Sie gehörten zu insgesamt mehr als 1.000 palästinensischen Häftlingen, die Israel 2011 im Tausch gegen Schalit freigelassen hatte. 

Dschawad Boulus, Repräsentant des palästinensischen Häftlingsverbands, verurteilte die israelische Entscheidung als "rachsüchtig". Nach seinen Informationen könnten weitere 16 Häftlinge von einem ähnlichen Beschluss betroffen sein.