Israelische Behörden haben nach der Tötung eines palästinensischen Jugendlichen sechs israelische Verdächtige festgenommen. Nach Informationen aus Polizeikreisen handelt es sich "offenbar um jüdische Extremisten".  

Der 16-jährige Mohammed Abu Chder war am Mittwoch in Ost-Jerusalem verschleppt und ermordet worden. Die palästinensische Seite veröffentlichte einen Autopsiebericht, dem zufolge der Junge bei lebendigem Leib verbrannt worden sei.

Möglicherweise handelt es sich um einen Racheakt für die Verschleppung und Ermordung von drei israelischen Teenagern Mitte Juni. "Es gibt Hinweise, dass nationalistische Motive den Hintergrund der Tat bilden", sagte eine Polizeisprecherin. Weiterhin werde aber in alle Richtungen ermittelt. Zu weiteren Details wurde eine Nachrichtensperre verhängt.  

Ein Cousin des Opfers, ein 15-jähriger US-Bürger, war bei Auseinandersetzungen zwischen israelischen Polizisten und Palästinensern schwer verletzt und festgenommen worden. Inzwischen ist er wieder entlassen, ein Gericht verurteilte ihn aber zu neun Tagen Hausarrest. Die USA verlangten eine umfassende Untersuchung des Falles.