Im Südsudan sind laut dem UN-Kinderhilfswerk Unicef 50.000 Kinder unter fünf Jahren vom Hungertod bedroht. Ohne rasche Hilfe würden sie in den kommenden Monaten an den Folgen akuter Mangelernährung sterben. Am schlimmsten sei die Situation derzeit in den besonders von der Gewalt betroffenen Bundesstaaten Jonglei, Unity und Oberer Nil. In diesen Regionen hätten 60 bis 75 Prozent der Menschen keine sichere Nahrungsmittelversorgung mehr.

Rund eine Million Kinder leiden in dem zentralafrikanischen Land an akuter Mangelernährung. 237.000 von ihnen befänden sich in einem besonders schlechten Zustand und müssten schnell behandelt werden. Um eine Hungerkatastrophe zu verhindern, müsse die internationale Hilfe rasch ausgeweitet werden.

Unicef und das Welternährungsprogramm kündigten an, sich verstärkt um abgelegene Regionen kümmern zu wollen. Die Organisation ist zusammen mit dem Welternährungsprogramm (WFP) im Einsatz, um Nahrungsmittellieferungen in entlegene Landesteile zu organisieren, teilweise werden sie aus der Luft abgeworfen. Nothelfer, die aus den abgelegenen Regionen zurückkehren, berichteten von "Zuständen, wie sie sie noch nie gesehen haben", sagte die WFP-Länderdirektorin im Südsudan, Joyce Luma.

Viele Menschen, die aus ihren Dörfern vertrieben wurden, müssten tagelang ohne Nahrung zu Fuß in Städte wie Bentiu gehen, sagte der Leiter von Unicef Südsudan, Jonathan Veitch. "Manche Kinder sind bei ihrer Ankunft in einem so schlechten Zustand, dass ihnen kaum noch zu helfen ist."

1,5 Millionen Menschen sind im Südsudan auf der Flucht vor den Kämpfen. Mehr als 1,1 Millionen Menschen leben in Notunterkünften. Knapp die Hälfte der Gesamtbevölkerung von 10,8 Millionen Menschen sind Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren, davon sind 1,7 Millionen Mädchen und Jungen unter fünf Jahren.

Vor dem Hintergrund einer schweren politisch-militärischen Krise hat der jüngste Staat der Welt den dritten Jahrestag seiner Unabhängigkeit gefeiert: Tausende Südsudanesen schwenkten an diesem Mittwoch in der Hauptstadt Juba Fahnen. Das mehrheitlich christlich-animistische Land im Zentrum Afrikas hatte sich am 9. Juli 2011 vom muslimisch geprägten Norden losgesagt. Vorausgegangen war ein jahrzehntelanger Bürgerkrieg. In der Hauptstadt Juba wurden vor dem Jahrestag Transparente mit dem Slogan "Ein Volk, eine Nation" aufgehängt, doch die nationale Einheit ist akut bedroht. Seit Mitte Dezember liefern sich die Anhänger von Präsident Salva Kiir und seines Rivalen Riek Machar heftige Kämpfe. Tausende Menschen wurden getötet.