Prowestliche Kräfte um den ukrainischen Präsidenten Petro Poroschenko haben die Regierungskoalition im Parlament verlassen, um den Weg für Neuwahlen freizumachen. Eine vorgezogene Wahl der Obersten Rada hatte Poroschenko bei seinem Amtsantritt Anfang Juni angekündigt, um die krisengeschüttelte Ex-Sowjetrepublik zu stabilisieren.

Ihren Austritt aus der Koalition verkündeten die Partei Udar des Kiewer Bürgermeisters und Ex-Boxprofis Vitali Klitschko sowie die nationalistisch geprägte Partei Swoboda von Oleh Tjahnibok. Sollte die Vaterlandspartei von Regierungschef Arseni Jazenjuk keinen Koalitionspartner finden, werden Neuwahlen angesetzt. Die Partei, zu der auch Ex-Regierungschefin Julija Timoschenko gehört, unterstützte eine Auflösung der Rada.

Als möglicher Wahltermin wird der 26. Oktober genannt. Poroschenko will so seine Machtbasis festigen. Die Koalition mit dem Namen Europäische Wahl hatte sich im Februar nach dem Sturz des prorussischen Präsidenten Viktor Janukowitsch gebildet. Ihr gehörten 256 Abgeordnete an.

Im Parlament war es kürzlich zu tumultartigen Szenen unter Beteiligung der Kommunisten gekommen. Parlamentschef Oleksandr Turtschynow löste die Fraktion der Kommunisten daraufhin auf. Zudem haben die Behörden ein Verfahren zum Verbot der Kommunistischen Partei eingeleitet.